Abel kommt ebenfalls von Sasse. Er hatte nach der Büroschließung in Köln vorerst weiter für das Berliner Sasse-Büro gearbeitet, das er nun Ende Oktober verließ. Bei Sasse hatte er unter anderem die ersten Staffeln des ‚Popstar-Projekts‘ beraten. Bevor er 1996 bei der Sozietät anheuerte, war er seit 1994 als Medienrechtler in der damaligen Kanzlei Friedrich Ernst Engelhard & Partner angestellt.
Esch & Kramer betritt mit der reinen medienrechtlichen Beratung Neuland. Zwar war die auf Steuer- und Gesellschaftsrecht fokussierte Kanzlei auch schon davor steuerrechtlich im Medienbereich tätig, die Beratung von Künstlern gehörte bislang aber nicht zum Portfolio.
„Die medienrechtliche Beratung von Künstlern ist ohne steuer- und gesellschaftsrechtliche Expertise nicht machbar“, ist Namenspartner Thomas Kramer überzeugt. Auch Waldhausen ist sich sicher: „Synergien ergeben sich sowohl hinsichtlich der Content- als auch der gesellschafts- und steuerrechtlich orientierten Beratung von Künstlern, Medien- und Werbeunternehmen.“ Aus Abels Sicht ist vor allem die Vernetzung mit der rmc Rinke Medien Consult von Vorteil: „Das ist die ideale Ausgangsbasis um den Beratungsbedarf der Medienlandschaft in Köln und Düsseldorf optimal zu betreuen“, so Abel.
Bei Sasse setzen sich mit dem jetzigen Wechsel die Abgänge der jüngsten Zeit fort: Zum Oktober war der Berliner Medienpartner Eberhard Kromer zu Schwarz Kelwing Wicke Westpfahl gewechselt, zum November ging der Münchner IT- und Gesellschaftsrechtler Peter Kremer zur MLawgroup. „Die Weggänge der vergangenen Wochen geschahen alle einvernehmlich“, sagte Dr. Hans-Martin Gutsch, Partner im Hamburger Büro der Sozietät. „Zum Teil liegt ihr Hintergrund in einem längerfristig geplanten Umstrukturierungsprozess der Kanzlei. Die Sozietät will sich wieder stärker auf das Medienrecht konzentrieren.“
In den vergangenen Jahren hatte die ursprünglich reine Medienkanzlei ihr Beratungsangebot zunächst kontinuierlich ausgebaut. Ein seit dem vergangenen Jahr anvisierter weiterer Ausbau des Beratungsspektrums gelang indes nicht. Seit Mitte 2006 durchläuft die Sozietät tiefgreifende Veränderungen. Namenspartner Helge Sasse hatte sich damals für die Dauer seiner Vorstandstätigkeit bei der Berliner Filmgesellschaft Senator aus der aktiven Anwaltsarbeit zurückgezogen. Für die Sozietät sind an den verbliebenen Standorten Berlin, Hamburg und München insgesamt noch zehn Anwälte aktiv tätig, davon sechs Partner. (Simone Bocksrocker, René Bender)