Neue Strategie

Ex-DLA-Manager wird Europa-Chef von DWF

Autor/en
  • JUVE

Der langjährige DLA Piper-Manager Dr. Ulrich Jüngst ist seit Februar Chairman der kontinentaleuropäischen Büros der britischen Kanzlei DWF. Jüngst war Ende 2014 aus der DLA-Partnerschaft ausgeschieden und zuletzt mit drei weiteren ehemaligen DLA-Anwälten in eigener Kanzlei in Köln tätig.

Teilen Sie unseren Beitrag
Ulrich Jüngst
Ulrich Jüngst

Jüngst beriet die auf Expansionskurs befindliche DWF bereits seit einiger Zeit in strategischen Fragen. Der Kontakt kam über Nigel Knowles zustande, ehemaliger Managing-Partner von DLA. DWF hatte im vergangenen Sommer bekannt gegeben, einen Börsengang der Gesamtkanzlei in London für das Frühjahr 2019 vorzubereiten. Es wäre der erste Börsengang einer internationalen Kanzlei mit integrierten kontinentaleuropäischen Standorten.

Partnerrecruiting als eine Hauptaufgabe

Als Chairman Kontinentaleuropa sind Jüngsts Hauptaufgaben die strategische Planung und die Strukturierung von DWF in Europa. Auch das Partnerrecruiting ist bei Jüngst angesiedelt, wobei ein Fokus auf dem Wachstum im deutschen Markt liegt.

Eine vergleichbare Rolle hatte er bereits bei DLA inne: 2004 gründete er deren erstes Büro in Deutschland und wurde zum Regional-Managing-Partner ernannt. 2010 zog er ins International Executive Committee von DLA ein und wurde zum Managing-Director für Europa und den Mittleren Osten ernannt. Zum gleichen Zeitpunkt wurde er in das Global Board von DLA gewählt. 1996 gehörte er zum Gründungsteam von Görg.

Knapp 60 Berufsträger in Deutschland

Die aktuelle DWF-Struktur mit jeweils einem Managing-Partner in den derzeit vier europäischen Ländern außerhalb Großbritanniens plus Irland soll nach dem Zugang von Jüngst erhalten bleiben. In Deutschland arbeiten aktuell 57 Berufsträger, davon 16 Partner an den Standorten Köln, München und Berlin. Schwerpunkte der deutschen Praxis sind Corporate/M&A, Litigation/Arbitration, Commercial und Technologie. Managing-Partner ist der Kölner Gesellschaftsrechtler Michael Falter.

Hinzukommen sollen Private Equity und Venture Capital, Bank- und Finanzrecht, Compliance, Vergaberecht, Immobilienrecht und Versicherungsrecht. Auch die vorhandenen Praxen in Deutschland sollen verbreitert werden. „Das ist eine interessante Herausforderung. DWF wächst schnell und hat ein starkes Netzwerk in vielen europäischen Märkten“, sagte Jüngst. „Aber es gibt viele Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten und ihre Präsenz weiter zu entwickeln.“

Daneben gibt es auf dem europäischen Festland Büros in Brüssel (1 Partner, 2 Associates), Mailand (7 Partner, 27 Associates) und Paris (12 Partner, 17 Associates). 

DWF mit Stammsitz in Manchester ist eine Full-Service-Kanzlei, die sich in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Fusionen zu einer der größten Einheiten in Großbritannien entwickelt hat. Der Umsatz betrug im vergangenen Geschäftsjahr 236 Millionen Pfund, also rund 269 Millionen Euro.

Die von Jüngst 2016 gegründete auf Corporate und M&A spezialisierte Kanzlei JP Jüngst & Partner soll nach dem Ausscheiden des Namenspartners weiter bestehen. Es verbleiben dort Abdul Aziz Al-Yaqout und Dr. Jens-Peter Eickhoff, die ebenfalls zum Startteam von JP gehören, sowie der wenig später hinzugestoßene Mario Lindner.

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema