Neue Strategie gefragt

Autor/en
  • Aled Griffiths

Auf solche Schlagzeilen hätte man bei Shearman & Sterling sicher gerne verzichtet: Nachdem sich in den letzten Jahren bereits drei Partner verabschiedet hatten, muss die Kanzlei fortan ganz ohne Mannheimer Büro auskommen. Intern liegt bei Shearman offenbar einiges im Argen. Wie sehr der außerordentlich erfolgreiche Seniorpartner Georg Thoma die Sozietät prägt, ist oft diskutiert worden. Die Frage ist nun, wie es für die deutschen Standorte – und die Kanzlei insgesamt – von weitergeht.

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Äußerungen einiger Partner in Deutschland wie auch in New York deuten darauf hin, dass Shearman sich künftig als internationale Boutique positionieren will. Mit insgesamt 200 Partnern bzw. 1.000 Anwälten, so die Argumentation, sei Shearman nicht mehr mit den amerikanischen und britischen Wettbewerbern vergleichbar, die wie Freshfields Bruckhaus Deringer, Linklaters oder Jones Day international auf massive Präsenz setzten.

Shearman ist in der Tat um einiges kleiner als diese Kanzleien – aber auch um einiges größer als diejenigen, die als fokussierter gelten: Milbank etwa hat 150 Partner und etwa 600 Anwälte, Willkie 133 Partner und auch 600 Anwälte. Ist am Ende jede Partnerschaft, die zwischen diese beiden Gruppen fällt, für die Boutiquen-Liga zu breit und für die internationale Schwergewichtsklasse zu schmächtig?

Das Konzept einer internationalen Boutique bedeutet für die Shearman-Partner eine strategische Neuausrichtung. Schon das ist eine Herausforderung. Gefragt sind dann auch ein klares Profil im Markt, hohe interne Transparenz, intensives Cross-Selling und eine wirklich homogene Partnerriege. Die Kanzlei überschaubar und manövrierbar zu halten, ist kein strategisches Ziel an sich. Die Partner von Shearman werden zunächst untereinander einig sein müssen, was sie mit dieser neuen Strategie erreichen wollen.

(Aled Griffiths)

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