Die beiden bisherigen Münchner Partner Dr. Claudia Rossbach (50) und Matthias Bumiller (43) sind vor allem auf Urheber- und Medienrecht spezialisiert. Rossbach arbeitet künftig in eigener Kanzlei. In der Vergangenheit zählte sie unter anderem die Fantastischen Vier, BMG Publishing und Beiersdorf zu ihren Mandanten. Über Bumillers berufliche Zukunft war bis Redaktionsschluss noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Er war rund neun Jahre Partner bei Sasse.
Bereits im Oktober war der Münchner Sasse-Partner Peter Kremer gemeinsam mit einem Associate zur MLawGroup gewechselt. Die beiden IT- und Gesellschaftsrechtler hatten sich Sasse erst Mitte 2006 angeschlossen. Der Zusammenschluss mit dem IT-Spezialisten Kremer hatte jedoch offensichtlich weder für ihn noch die Kanzlei die erwarteten Synergien gebracht.
Die ursprünglich rein auf das Medienrecht konzentrierte Kanzlei hatte in den vergangenen Jahren ihr Beratungsangebot kontinuierlich ausgebaut. Künftig will sich Sasse wieder stärker auf die Beratung der Medienbranche konzentrieren, etwa in ihren traditionellen Schwerpunkten Musik und Film. Dabei will die Kanzlei vor allem auf Associate-Ebene wachsen. Derzeit gehören ihr fünf Partner an, davon sind jedoch nur vier aktiv.
Seit Sommer 2006 erlebte Sasse tiefe Einschnitte: Der Kölner Gründungs- und Namenspartner Helge Sasse, einer der bekanntesten Medienanwälte Deutschlands, hatte damals den Vorstandsvorsitz bei der Berliner Filmgesellschaft Senator übernommen. Für die Dauer dieser mehrjährigen Tätigkeit zog er sich aus der aktiven Anwaltsarbeit zurück. Anfang 2007 wurde dann nach rund 15 Jahren das Kölner Büro der Kanzlei geschlossen, für das zuletzt noch zwei Anwälte tätig waren. Im Oktober verließen dann zwei Anwälte das Berliner Büro.
Mit dem jetzigen Aus in München endet eine Ära, denn von den einstigen Gründungspartnern ist nun keiner mehr aktiv für die Kanzlei tätig. „Eine Trennung nach so langer Zusammenarbeit ist nie einfach, habe ich doch den Münchner Standort der Kanzlei von Anfang an maßgeblich mit aufgebaut. Dennoch freue ich mich sehr auf die Weiterarbeit in meiner neu gegründeten Kanzlei“, sagte Rossbach. Die Medienrechtlerin gehörte 1991 zum Startteam von Sasse & Wilde. Nach dem Weggang von Rafaela Wilde wurde sie vor zehn Jahren Namenspartnerin von Sasse & Rossbach, aus der 2003 kurz nach Eröffnung des Hamburger Büros Sasse & Partner hervorging. (René Bender)