Raumfahrtkonzern

OHB-Juristin übernimmt neues Vorstandsressort Nachhaltigkeit

Der Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB ruft ein neues Vorstandsressort für Nachhaltigkeit, Integrität, Recht und Unternehmenssicherheit ins Leben. Den Posten übernimmt ab Januar Daniela Schmidt. Die 39-Jährige war bislang stellvertretende Leiterin der Rechtsabteilung des Unternehmens.

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Schmidt soll in ihrer neuen Funktion dafür sorgen, dass sich das Unternehmen nachhaltig nach ESG-Grundsätzen aufstellt. Ein entsprechendes Team soll sie aufbauen.

Daniela Schmidt

Schmidt kam im Herbst 2014 als Syndikusrechtsanwältin zu OHB. Zuvor hatte sie jeweils rund zwei Jahre bei White & Case und Jones Day gearbeitet. 2018 wurde sie stellvertretende Leiterin der Rechtsabteilung. General Counsel und Chief Compliance Officer ist und bleibt Marcus Schneider. Mit dem neuen Vorstandsressort will OHB auch den Themen Recht und Compliance mehr Gewicht geben. Wer künftig Schmidts Stellvertreterposition in der Rechtsabteilung übernimmt, ist noch offen.

Juristisch ist die börsennotierte OHB SE ohnehin gut besetzt: Vorstandschef Marco Fuchs, der das Unternehmen seit 2000 leitet, war davor bei Jones Day. Der Aufsichtsratsvorsitzende wiederum ist Taylor Wessing-Partner Robert Wethmar.

Streit im Galileo-Projekt

OHB, bis heute mehrheitlich in Familienbesitz, ist seit 1985 in der Raumfahrt aktiv. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Satelliten und ist am ISS-Projekt beteiligt. Weltweit arbeiten rund 2.900 Mitarbeiter für den Technologiekonzern, der 2019 rund eine Milliarde Euro erwirtschaftete. Auf den Börsengang im Jahr 2001 folgten eine Reihe von Übernahmen und Fusionen, unter anderem von Unternehmen in Belgien und Italien.

Im Laufe dieses Jahres machte OHB mit einem vergaberechtlichen Streit Schlagzeilen: Viele Jahre war das Unternehmen am Galileo-Projekt beteiligt, startete auch in diesem Jahr noch zwei Stelliten. Im Januar verlor es aber in der Ausschreibung für Flugkörper der zweiten Generation gegen Airbus und Thales Alenia Space – und klagte. Im Mai unterzeichnete die ESA Milliardenverträge mit den beiden Konkurrenten.

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