Große Studienzeit bei den Kanzleien: Gleich zwei Untersuchungen brachte im März Freshfields Bruckhaus Deringer unters Volk. In der ersten fand die Kanzlei heraus, dass sich Aktienkurse von Unternehmen, die freiwillige Klimaschutzanstrengungen unternahmen, positiver entwickelten als die beiden Indizes Euronext 100 und Dax 30.
Zusammen mit dem Centre for Economics and Business Research entwickelte Freshfields einen ‚Carbon Commitment Index‘. Darin wurden Unternehmen aufgenommen, die CO2-neutral arbeiten, ihre CO2-Emissionen reduzieren oder dies anstreben.
In einer zweiten Studie kam das Marktforschungsinstitut Ipsos Mori im Auftrag von Freshfields zu dem Schluss, dass Rückrufaktionen in EU-Ländern dramatisch zugenommen haben. Beleuchtet wurde die Rückrufpraxis von 100 Unternehmen. Die Untersuchung fordert von der EU und nationalen Behörden, klarere Leitlinien zur Einhaltung der Produktsicherheitsvorschriften zu erarbeiten.
Eine dritte Studie unter dem Namen ‚The Shrinking World‘ kommt aus dem Hause Lovells. Die Kanzlei befragte 180 Inhousejuristen großer europäischer Unternehmen. Knapp die Hälfte der Befragten benannte Konflikte mit Aufsichts- und Regulierungsbehörden als eines der größten Probleme der kommenden drei Jahre. Die Befragten gaben zudem an, mehr Zeit auf das Management von Prozessführung und Streitigkeiten zu verwenden als auf jeden anderen Bereich.
Ein starker Trend hin zu Schiedsverfahren und Mediaton hatte sich schon seit 2005 abgezeichnet. 31 Prozent gaben an, diese Alternativen zur Prozessführung zu nutzen.
Die außergerichtliche Einigung steht bei der Versicherungsbranche schon länger auf dem Plan. Seit sechs Jahren gibt es dort bereits eine Schlichterstelle. Seit Mitte April ist die Position des Ombudsmannes nun von Günter Hirsch – bis Jahresbeginn Präsident des Bundesgerichtshofes – besetzt. Hirsch löst Wolfgang Römer ab, ebenfalls ehemaliger Richter am BGH.