Rosskur

Clifford Chance will Partnerschaft verkleinern

Clifford Chance macht ernst: Innerhalb der nächsten sechs Monate werden neun Partner die Kanzlei verlassen. Wer und welche Standorte betroffen sind, will die Kanzlei nicht preisgeben. Der neue Managing-Partner, Dr. Peter Dieners, setzt damit den angekündigten Verschlankungskurs aus London um.

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Peter Dieners
Peter Dieners

Dem Vernehmen nach werden sowohl Partner aus Gesellschaftsrecht und M&A als auch Partner angrenzender Praxisgruppen gehen. Ziel der Maßnahme ist eine deutlichere Fokussierung auf das Transaktionsgeschäft und verwandte Beratungsbereiche. Zu Letzterem gehören beispielsweise Risk-Management-Themen, das Fondsgeschäft, kartellrechtliche Untersuchungen und steuerliche Strukturierungen.

Der weltweite Managing-Partner, Matthew Layton, hatte bereits bei seiner Wahl vor gut einem Jahr veränderte Strukturen und ein stärkeres zentrales Management angekündigt. Seitdem hat sich auch in Deutschland einiges getan: Dr. Peter Dieners, zuvor Leiter der Corporate-Gruppe, wurde neuer Managing-Partner. Eine neue German Leadership Group aus sechs weiteren Partnern steht ihm zur Seite. Vorerst bleibt der deutsche Managing-Partner im ebenfalls verschlankten globalen Führungsgremium.

In den vergangenen Jahren stand vor allem die Corporate-Praxis in der Kritik, die immer mehr den Anschluss an Wettbewerber wie Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller und auch Linklaters verlor. Das Dilemma spiegelte sich zuletzt in den Umsätzen wider. Im vergangenen Geschäftsjahr verbuchte Clifford mit einem Plus von 3,7 Prozent allenfalls einen moderaten Zuwachs, Wettbewerber liefen ihr den Rang ab. So legte Freshfields um 6,3 Prozent oder Linklaters um 9,6 Prozent zu.

Zurzeit zählt Clifford Chance 83 Partner. Auch wenn sich die Kanzlei mit diesem Schritt erst einmal verkleinert, ist auf längere Sicht eine Vergrößerung – vor allem der Corporate- und M&A-Praxis – geplant. Zu diesem Zweck erklärt sich die Kanzlei ausdrücklich offen für Seiteneinsteiger. Bisher hatte sie stets betont, vornehmlich auf Eigengewächse setzen zu wollen.

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