Konfliktlösung

Schmitz bleibt Schmitz – Fusion mit Massari Olbrich platzt

Der im Frühjahr angekündigte Zusammenschluss der Litigation-Boutiquen Schmitz & Partner und Massari Olbrich ist abgeblasen. Die Kanzleien aus Frankfurt und der Schweiz wollten gemeinsam unter Schmitz Massari Olbrich firmieren. Nun betonen sie JUVE gegenüber, sie würden zwar weiterhin eng kooperieren – von einer Fusion habe man „zwischenzeitlich indes abgesehen“. Das dürfte vor allem zwei Gründe haben.

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Schmitz & Partner ist eine angesehene Frankfurter Litigation-Kanzlei um den früheren Latham & Watkins-Partner Bernd-Wilhelm Schmitz (65). Massari Olbrich wurde Ende 2020 von den früheren Philip Morris-Inhouse-Anwälten Till Olbrich und Dr. Philipp Massari gegründet. Beide arbeiten von der Schweiz aus. Die Zwei-Mann-Boutique steht für einen ganzheitlichen Beratungsansatz, der über das rein Juristische hinaus auch das Thema Litigation-PR in den Blick nimmt. 

Große Pläne, einige Abgänge

Bernd-Wilhelm Schmitz

Ein Mandat, bei dem dieser Ansatz mit Sicherheit kein Nachteil ist, brachte beide Kanzleigründer schnell in eine enge Zusammenarbeit mit Schmitz: die Arbeit für den früheren CEO Markus Braun bei der Abwehr zivilrechtlicher Ansprüche im Zusammenhang mit der Wirecard-Insolvenz.

Im März dieses Jahres kündigte Schmitz & Partner per offizieller Mitteilung an: Beide Kanzleien beabsichtigten, „die strategische Kooperation in den nächsten Monaten in eine gemeinsame Kanzlei überzuführen“. Schmitz wurde in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Ich möchte noch mal richtig durchstarten und die Sozietät als die führende Litigation-Boutique in Deutschland etablieren.“

Zur selben Zeit wurde bekannt, dass Stephan Kleemann Schmitz & Partner verlässt, um sich der Einheit Rimon Falkenfort anzuschließen – der 54-Jährige hatte die Kanzlei im Jahr 2009 gemeinsam mit Schmitz gegründet. Auch die Partnerin Stefanie Burkhardt (44) verließ Schmitz & Partner, die Bankrechtlerin wechselte als Inhouse-Juristin zu DER Touristik.

Philipp Massari und Till Olbrich

Wie viel Wachstum soll es sein?

Nun teilten Schmitz & Partner und Massari Olbrich mit, man werde weiter eng kooperieren, aber nicht fusionieren. „Hierbei spielten unter anderem unterschiedliche Wachstumsphilosophien eine Rolle.“ 

Während Schmitz nach JUVE-Informationen seit Längerem das Ziel verfolgt, die personelle Schlagkraft zu erhöhen, ging es Olbrich und Massari mit Gründung ihrer Kanzlei geradezu um das Gegenteil: die Vorzüge einer rein partnerzentrierten Arbeit ohne Unterbau und die Organisationserfordernisse eines größeren Teams. Ein Gegenentwurf also zur Arbeit als leitende Juristen bei Philip Morris, wo Olbrich zuletzt als Deputy General Counsel der Konzernrechtsabteilung in Lausanne für weltweit mehr als 200 Juristinnen und Juristen verantwortlich war.

Komplizierte steuerrechtliche Fragen

Dass inkompatible Wachstumspläne allein den Ausschlag für den Rückzieher gegeben haben, ist unwahrscheinlich – zumal dieses Thema wohl auch vor der offiziellen Bekanntgabe der Fusionsabsicht auf dem Tisch gelegen haben müsste. Nach JUVE-Informationen soll der angestrebte Zusammenschluss auch komplizierte steuerrechtliche Fragen aufgeworfen haben. Gegenüber JUVE wollten sich die Kanzleien dazu nicht äußern.

Beide Kanzleien betonen, man freue sich darauf, „weiter in vielen spannenden Fällen zusammenzuarbeiten“. Auch mit Kleemann werde man weiter kooperieren. Derzeit besteht Schmitz aus zwei Partnern: Schmitz selbst und der kürzlich ernannten Mirjam Escher (32) sowie einem Associate und einem of Counsel. 

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