Kanzleifusion

Litigation-Boutique Schmitz & Partner geht mit Massari Olbrich zusammen

Die Frankfurter Litigation-Boutique Schmitz & Partner will ihre Präsenz ausbauen. Dafür wird sie sich im Laufe des Jahres mit der jungen Litigation-Einheit Massari Olbrich zusammenschließen, mit der sie bereits im Hinblick auf die zivilrechtliche Vertretung des Ex-Wirecard-Chefs Markus Braun zusammenarbeitet. Schmitz-Kanzleipartner und Mitgründer Stephan Kleemann wechselt zu Rimôn Falkenfort. 

Teilen Sie unseren Beitrag

Der erfahrene Prozessrechtler Bernd-Wilhelm Schmitz war Partner bei Clifford Chance und Latham & Watkins, bevor er 2009 in Frankfurt seine eigene Kanzlei gründete. Diese soll durch den Zusammenschluss mit der 2020  gegründeten Prozesskanzlei Massari Olbrich nun personell verstärkt und internationaler aufgestellt werden. Massari Olbrich hat ihren Hauptsitz in München und ein weiteres Büro in Lausanne.

Bernd-Wilhelm Schmitz

Schmitz kennt Mitbegründer Till Olbrich noch aus dessen Hengeler Mueller-Zeiten. Später arbeitete Olbrich mit Philipp Massari viele Jahre bei Philip Morris zusammen. Diese Inhouse-Erfahrung aus dem internationalen Tabakkonzern bringen sie in ihre Konfliktberatung mit ein und gehören – neben Mandatsführer Schmitz – zu dem Kernteam, das Ex-CEO Markus Braun in zivilrechtlichen Themen der Wirecard-Pleite berät.

Eine weitere Beraterin in Brauns Zivilrechtsteam ist Mirjam Escher (32), die seit 2018 bei Schmitz arbeitet und zum April Partnerin wird – neben der Bankrechtlerin Stefanie Burkhardt (44) und dem 65-jährigen Schmitz. Im Herbst hatte Schmitz & Partner zudem Dennis Stottmann (27) als Associate hinzu gewonnen. Er war zuvor sieben Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Wettbewerberin Broich tätig gewesen.

Philipp Massari und Till Olbrich

Für Massari Olbrich ist der anstehende Zusammenschluss mit Schmitz ein Sprung von einer Zwei-Mann-Kanzlei zu einem schlagkräftigen Team: „Wir bleiben klein und wendig, schaffen aber gleichzeitig eine stabile, hocheffiziente Struktur, um der Nachfrage nach Kapazitäten gerecht werden zu können.“

Gründungspartner mit anderen Plänen

Ebenfalls für eine Aufbauarbeit hat sich der langjährige Weggefährte und Kanzleipartner von Schmitz, Stephan Kleemann, entschieden: Der 54-Jährige wechselt zum  April in die Kanzlei Rimôn Falkenfort, die dann sechs Partner in Deutschland zählt. Er hatte im vergangenen Jahr für die langjährige Mandantin Deutsche Telekom den Vergleich zur Beilegung des Anlegermusterschutzverfahrens mit ausgehandelt und arbeitet aktuell noch an dessen Umsetzung – der Einigungsvorschlag soll sämtlichen Klägern bis Ende Juni vorgelegt werden. Weitere Themenfelder waren für ihn in den vergangenen Jahren gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten, kapitalmarktrechtliche Haftungsprozesse und interne Untersuchungen.

Stephan Kleemann

Bei Rimôn Falkenfort wird er die deutsche Litigation-Praxis aufbauen und will damit „der starken US-Praxisgruppe ein deutsches Standbein geben“, so Kleemann gegenüber JUVE. Mit Kleemanns Erfahrungshorizont sei man dann in der Lage, „auch an der Schnittstelle zwischen Compliance-Management-Systemen und der Organverantwortung umfassend zu beraten“, führt Bernd Geier aus, einer der Gründungspartner des Frankfurter Rimôn-Büros.

Die Sozietät, die nach eigenen Angaben  in den letzten Jahren eine Umsatzsteigerung von mehr als 50 Prozent erzielte, setzt auf partnerzentrierte Beratung in komplexen Mandaten und zählt sich mit ihrem dezentralen Arbeitskonzept zu den sogenannten Challenger-Kanzleien.

 

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema

Verfahren Aktionäre gegen die Telekom

Die Mutter aller KapMuG-Verfahren endet mit Vergleich

Verfahren Wirecard

Fünf Kanzleien sind allein für den Ex-CEO im Einsatz