Erst im August war bekannt geworden, dass Marco Villiger den Weltfußballverband verlassen würde. Er leitete nicht nur das Rechtsressort seit 2007, er war auch Stellvertreter des Präsidenten Gianni Infantino. Villiger, der als Führungskraft maßgeblich in die Aufräumarbeiten zur Ära von Joseph Blatter und den damit verbundenen Korruptionsvorwürfen eingebunden war, vertrat den Verband auch regelmäßig gegenüber US-Ermittlern und Schweizer Behörden.
Mit Emilio Garcia kommt ein neuer Chefjurist an Bord, der auch langjährig im Fußballgeschäft zuhause ist: Er amtierte von 2004 bis 2012 als Leiter Recht der spanischen Fußball-Liga, bevor er zur UEFA wechselte. Schon dort hatte er mit Infantino zusammengearbeitet, der bis 2016 noch als Generalsekretär der Europäischen Fussball-Union amtierte, bevor er FIFA-Präsident wurde. Infantino holte zudem noch einen weiteren Weggefährten nach Zürich: Der Jurist Alasdair Bell (55) wurde zum stellvertreten Generalsekretär für die Verwaltung des Weltfußballverbandes ernannt. Er war als Chefjurist der Vorgesetzte von Garcia bei der UEFA.
Die Abteilung Recht & Integrität, die Garcia nun bei der FIFA führt, zählt rund 125 Mitarbeiter. Nicht alle davon sind als Schweizer Anwälte qualifiziert, sie stammen aus unterschiedlichsten Ländern. In der Abteilung Compliance, deren Leitung seit Herbst 2016 in den Händen des US-Amerikaners Edward Hanover liegt, sind hingegen 10 Mitarbeiter tätig.
Wer den beiden Juristen Bell und Garcia bei der UEFA nachfolgen wird, steht noch nicht fest.