Spin-off in Frankfurt

Strafrechtler von Kempf Schilling und Feigen Graf starten neue Kanzlei

Zwei angesehene Strafrechtspartner der jüngeren Generation machen sich in Frankfurt selbstständig: Ab Oktober arbeiten Dr. Tilman Reichling (40) von Feigen Graf und  Dr. Johannes Corsten (39) von Kempf Schilling + Partner in ihrer neuen Kanzlei zusammen.      

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In ihrer Kanzlei namens Reichling Corsten werden sie sich auf die Verteidigung im Wirtschafts- und Steuerstrafrecht fokussieren.

Reichling hatte 2011 seine anwaltliche Laufbahn bei Dr. Günter Dörr & Partner begonnen, wechselte jedoch schon ein Jahr später in die renommierte Wirtschafts- und Steuerstrafrechtskanzlei Feigen Graf. Diese nahm ihn 2019 in die Partnerschaft auf. Mit Namenspartner Feigen vertrat er etwa Jürgen Fitschen in dem langjährigen Streit zwischen der Deutschen Bank und dem früheren Medienunternehmer Leo Kirch. Mit Partner Dr. Bernd Groß war er an der Seite von Horst Schmidt zu sehen, dem früheren Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), als die ehemalige DFB-Spitze wegen Steuerhinterziehung angeklagt wurde.

Tilman Reichling

Corsten arbeitete von 2012 bis 2016 als Strafverteidiger bei Dr. Felix Dörr & Kollegen in Frankfurt, bevor er sich der angesehenen Strafrechtskanzlei Kempf Schilling + Partner im Herbst 2016 anschloss. Dort unterschrieb er 2018 den Partnerschaftsvertrag. Mit Namenspartner Eberhard Kempf verteidigte er beispielsweise die Porsche AG in den Ermittlungen im Kontext der Dieselaffäre. Zudem befasste er sich mit dem Spezialgebiet Arzt- und Krankenhausstrafrecht.

In ihrer gemeinsamen Kanzlei werden sie sowohl die Individualverteidigung von Beschuldigten im Wirtschafts- und Steuerstrafrecht, als auch die Unternehmensverteidigung übernehmen.

Johannes Corsten

Bei den abgebenden Kanzleien werden sie zwar Lücken hinterlassen, es wurde jedoch bereits Nachwuchsarbeit geleistet: Bei Feigen Graf rückte dieses Jahr Dr. Moritz Lange in die Partnerschaft nach, der sich auch in die Cum-Ex-Materie eingearbeitet hat. Zum Oktober wird zudem Dr. Laura Borgel zur Salary-Partnerin aufsteigen. Damit umfasst die Kanzlei dann fünf Equity-Partner, zwei Salary-Partner und sechs Associates.

Ähnlich ist die Lage bei Kempf Schilling, wo Christoph Tute jüngst in die Partnerschaft aufgenommen wurde. Er verteidigte mit den Namenspartnern etwa einen britischen Aktienhändler im ersten Cum-Ex-Verfahren vor dem Landgericht Bonn. Somit zählt die Strafrechtsboutique nach dem anstehenden Weggang von Corsten noch drei Equity-Partner und zwei Associates.

Reichling Corsten ist nicht der erste Frankfurter Spin-off, der in diesem Jahr mit einem Feigen Graf-Anwalt an den Start geht: Der ehemalige Senior Associate Dr. Björn Kruse ist Gründungspartner der neuen Konfliktlösungskanzlei Arktik.

 

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