Stuttgart

Großes Menold Bezler-Team wechselt zu Ebner Stolz

Mitte Juli wechseln in Stuttgart gleich neun Berufsträger aus der mittelständischen Kanzlei Menold Bezler zu der multidisziplinären Beratungsgesellschaft Ebner Stolz. Zum Team um die drei bekannten Equity-Partner Dr. Christoph Winkler, Dr. Oliver Schmidt und Dr. Torsten Lörcher gehören auch zwei Assoziierte Partner. Ebner Stolz kündigte zudem an, auch in Köln und Hamburg ihre anwaltlichen Teams zu verstärken.

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Christoph Winkler
Christoph Winkler

Winkler, Schmidt und Lörcher, die auch bei Ebner Stolz als Equity-Partner einsteigen, arbeiteten bislang in der breit aufgestellten Corporate-Praxis bei Menold. Winkler berät auch grenzüberschreitende M&A- und Private Equity-Transaktionen, Schmidt ist regelmäßig bei Unternehmensnachfolgen tätig, da er auch als Steuerrechtler qualifiziert ist. Lörcher befasst sich parallel intensiv mit dem IT-Recht und Datenschutz.

Einen IT-Schwerpunkt hat auch Laurent Meister (38), der wie der ebenfalls wechselnde Gesellschaftsrechtler Dr. Holger Kierstein (42) bislang Assoziierter Partner bei Menold war. Bei Ebner Stolz steigen beide ebenfalls als Non-Equity-Partner ein. Begleitet werden sie zudem von vier Associates.

Torsten Lörcher
Torsten Lörcher

Verlust für Menold

Für Menold ist der Abgang eines so großen Teams eine Premiere seit ihrer Gründung 2004. Die Rechtsanwalt- und Notarsozietät war damals von vierzehn Partnern der damaligen EY Law Luther Menold aus der Taufe gehoben worden. Inzwischen zählt Menold gut 90 Berufsträger an ihrem einzigen Standort Suttgart. Zu ihren Mandanten gehören zahlreiche Gebietskörperschaften und mittelständische Unternehmen, aber auch börsennotierte Konzerne.

In der Corporate-Praxis von Menold verbleiben zehn Equity-Partner, ein Salary-Partner und neun Associates. Das IT-rechtliche Team wird nach dem Abgang von Lörcher von dem Equity-Partner Jörgen Schneider-Brodtmann geführt, zudem arbeitet dort eine weitere Associate.

Seit Jahresbeginn wird die Kanzlei von den Managing-Partnern Lars Kuchenbecker und Frank Schäffler geleitet. Der Restrukturierungsspezialist Schäffler hatte das Amt von Winkler übernommen. Möglicherweise gab es im Vorlauf auch strategische Differenzen, denn im Markt ist schon länger bekannt, dass Menold immer wieder Angebote von größeren, auch internationalen Einheiten für einen möglichen Zusammenschluss erhält.

Beide Managing-Partner bekräftigten nun gegenüber JUVE, dass Menold die Strategie der Unabhängigkeit weiter verfolgen werde. Ob sie die vielen Abgänge nun auch durch Quereinsteiger kompensieren will, ist nicht bekannt. Zuletzt ist die Partnerriege meist aus den eigenen Reihen gewachsen.

Massiver Ausbau bei Ebner Stolz

Für Ebner Stolz wiederum ist der Zugang der erfahrenen Anwälte ein echter Zugewinn. „Mit diesem Schritt setzen wir konsequent unsere strategische Entscheidung um, in allen vier Disziplinen – Rechtsberatung, Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung – mit gleicher Kraft tätig zu sein“, sagte Prof. Dr. Holger Jenzen, Steuerpartner bei Ebner Stolz in Stuttgart. Das Stuttgarter Team zählt künftig mehr als 20 Berufsträger im Rechtsbereich. Doch der personelle Unterschied zur Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung ist weiterhin groß. Aktuell sind in den beiden Disziplinen mehr als 170 Berufsträger bei Ebner Stolz in Stuttgart tätig.

Wachstum auch in anderen Büros

In Köln, wo rund 80 Berufsträger für Ebner Stolz arbeiten, kommen bereits Anfang Juli zwei Counsel als Verstärkung. Von Rödl & Partner wechselt die IT-Rechtlerin Dr. Christiane Bierekoven (48). Bei Rödl war sie bislang Assoziierte Partnerin und leitete die Gruppe Information Technology. Zudem wechselt Dr. Hannah Krings (37), die zuvor bei CMS Hasche Sigle und zuletzt als Inhouse-Juristin bei Air Liquide in Düsseldorf gearbeitet hat. Sie soll den ehemaligen Görg-Partner Jan Groß in der Restrukturierungsberatung unterstützen. Groß war schon Anfang 2017 zu Ebner Stolz gewechselt.

Zudem wechselt der Energierechtler Christoph Germer (56) als Counsel von der Berliner Kanzlei Gersemann & Kollegen ins Hamburger Büro von Ebner Stolz. Dieses gleicht in seiner Größe eher dem Kölner als dem Stuttgarter Standort.

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