Stuttgart

Heuking holt EY-Partner für Ausbau im Steuerstrafrecht

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  • JUVE

Mit dem Einstieg von Dr. Hanno Kiesel (54) baut Heuking Kühn Lüer Wojtek ab Januar auch wirtschafts- und steuerstrafrechtliche Kompetenz in Stuttgart auf. Der Rechtsanwalt und Steuerberater kommt als Equity-Partner von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY), für die er seit 2005 arbeitete. Als Partner verantwortete er zuletzt vor allem die bundesweiten Beratung in Fragen von Steuer-Compliance und Steuerstrafrecht.

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Im Rechtsberatungsarm von EY gehörte Kiesel dann ab 2008 zum Startteam. Zuletzt verantwortete er die bundesweite Beratung in Fragen von Steuer-Compliance und Steuerstrafrecht. Diese Aufgabe übernimmt künftig der Düsseldorfer Director Dr. Marcus Geuenich.

Kiesel_Hanno
Kiesel_Hanno

Kiesel ist unter anderem mit dem Aufbau von präventiven Compliance-Managementsystemen erfahren, begleitet aber auch Fahndungsprüfungen, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren sowie Selbstanzeigen. Neben dem Steuerstrafrecht und Compliance-Themen betreut Kiesel Unternehmen auch umfassend in Steuerstreits, unter anderem bei streitigen Betriebsprüfungen.

Bislang war die wirtschafts- und steuerstrafrechtliche Praxis von Heuking vor allem auf die Büros in Düsseldorf sowie Zürich konzentriert, wo insgesamt acht Anwälte mit diesem Schwerpunkt arbeiten. Weitere Verstärkung im Steuerrecht hatte die Sozietät unlängst in Hamburg dazu geholt, wo Falko Keller als Salary-Partner einstieg. Auch er kam von einer einer Big-Four-Gesellschaft, KPMG. In Stuttgart, wo Heuking erst seit dem Wechsel des gesamten örtlichen Teams von GSK Stockmann + Kollegen Anfang 2015 vertreten ist, hatte die Kanzlei im Frühjahr bereits ihr Beratungsspektrum ergänzt und den Prozessrechtler Jens-Hendrik Janzen als Partner dazu geholt. Insgesamt zählt das Büro rund 20 Anwälte. Schwerpunkt vor Ort ist insbesondere die Corporate/M&A-Beratung.

Weggang in Zürich

Personelle Bewegung gab es zuletzt unterdessen auch in anderen Büros. So hat in Zürich der bekannte Bankaufsichtsrechts- und Investmentspezialist Dr. Kai-Uwe Steck die Kanzlei nach rund drei Jahren wieder verlassen. Wie erst jetzt bekannt wurde, stieg er bereits vor gut zwei Monaten ins Management der Sozietät Pontinova ein. Dies geht aus dem Schweizerischen Handelsamtsblatt hervor.

Wie viele Anwälte die Kanzlei zählt und welche Funktion er dort konkret übernommen hat, wollte Steck auf Nachfrage nicht kommentieren. Bekannt ist lediglich, dass die Einheit erst im Sommer 2016 gegründet wurde. Laut Angaben auf deren Website ist sie vor allem auf die Beratung von Banken, Vermögensverwaltern, Fonds, Versicherungen, Family Offices und Initiatoren von Kapitalanlagen bei deren Engagements in Deutschland ausgerichtet.

Steck verfügt über jahrelange Erfahrung in der Beratung von vermögenden Privatpersonen und Investmentfonds. Er war im September 2013 als Teil eines achtköpfigen Teams der Sozietät Berger Steck & Kollegen zu Heuking gewechselt. Die Steuer-Spezialkanzlei war seinerzeit in schweres Fahrwasser geraten und schließlich zerbrochen. Sie gehörte insbesondere in Person der beiden Namenspartner bei den umstrittenen, so genannten Cum-Ex-Aktiengeschäften zu den maßgeblichen Beraterinnen, die einen Steuerschaden von zehn bis zwölf Milliarden Euro verursacht haben könnten. Die entsprechende Steuerlücke wurde erst nach Jahren durch eine Gesetzesänderung geschlossen.

Aktuell befasst sich unter anderem ein Untersuchungsausschuss des Bundestags mit der Aufarbeitung solcher Transaktionen. Dort sollte in der vergangenen Woche unter anderem auch Steck als Zeuge aussagen und zu seiner damaligen Beraterrolle bei den Cum-Ex-Deals befragt werden, er konnte aber aufgrund seines Wohnsitzes in der Schweiz nicht geladen werden – wie auch Dr. Hanno Berger, der andere ehemalige Namenspartner der Sozietät, der als der wichtigste deutsche Cum-Ex-Berater galt. (René Bender)

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