Gefragt nach ihrem Wunscharbeitgeber (Kanzlei oder Unternehmen) gaben 14,5 Prozent der überwiegend Großkanzlei-Associates die bayrische Autoschmiede an. Damit führt 2008 erstmals ein Unternehmen das azur-Associates-Ranking an. Für die Attraktivität von BMW spreche neben dem Renommee der Rechtsabteilung auch die Marke sowie der Wunsch nach einem Dienstwagen.
Platz 2 des Rankings belegt mit 9,2 Prozent Taylor Wessing, die damit für eine Überraschung im Feld der Großkanzleien sorgte, gefolgt von der Deutschen Bank (8,4 Prozent). Die übrigen Top-10-Plätze belegen allesamt Großkanzleien. Siemens landet auf Platz 11 und ist damit trotz des Korruptionsskandals im vergangenen Jahr das drittbeliebteste Unternehmen. Die beiden führenden deutschen Kanzleien Hengeler Mueller und Freshfields verzeichnen im direkten Vergleich mit BMW einen deutlichen Abstand. Hengeler belegt mit 5,9 Prozent Platz 5 und Freshfields mit 4,8 Prozent Platz 10.
Deutlich besser schnitt Freshfields hingegen bei den Bewerbern ab. 15,5 Prozent der Nachwuchsanwälte entschieden sich aus einer Liste von insgesamt 80 Arbeitgebern für die Kanzlei. Danach folgen Clifford Chance (14,1 Prozent) und Linklaters (12,4 Prozent). Somit liegen die Großkanzleien bei den Bewerbern vorn. Beliebtestes Unternehmen ist die Lufthansa auf Platz 4. Insgesamt finden sich drei Unternehmen unter den Top 10. Sie liegen trotz deutlich geringerer Einstellungs- und Gehaltszahlen noch vor prominenten Großkanzleien wie Hengeler und Gleiss Lutz.
Die azur-Redaktion ermittelt seit sieben Jahren die Wunscharbeitgeber deutscher Bewerber aus dem Bereich Jura. Für das aktuelle Ranking befragte sie in Kooperation mit JURAcon Personalmessen von Februar bis Oktober 2007 insgesamt 290 Studierende, Referendare und Assessoren mit überdurchschnittlichen Leistungen. Darüber hinaus wurde im August 2007 zum dritten Mal in Folge eine Online-Umfrage bei Associates deutscher Wirtschaftskanzleien durchgeführt. Insgesamt beantworteten 836 Associates den umfangreichen Fragenkatalog vollständig und damit verwertbar.
Die Ergebnisse beider Umfragen bilden auch die Grundlage für die Erstellung der azur-Liste 2008, eine Auswahl von 50 Top-Arbeitgebern für deutsche Nachwuchsjuristen. Diese Liste sowie ausführliche Bewertungen der Top-50-Arbeitgeber zum Marktrenommee, Attraktivität der Referendar- und Associateausbildung sowie zu Frauenförderung und Work-Life-Balance der Arbeitgeber erscheint in diesen Tagen in der azur-Anwaltskarriere 2008. Hier finden sich ebenso wie in der März-Ausgabe des JUVE Rechtsmarkt detaillierte Ergebnisse zu den einzelnen Arbeitgebern sowie zu weiteren Inhalten der beiden Umfragen. (Mathieu Klos)