Umsätze der Big Four

KPMG liegt knapp vor EY

KPMG hat ihre Wettbewerberin EY gemessen an Umsätzen als Nummer Zwei der Big-Four-Beratungsgesellschaften abgelöst. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete KPMG 1,60 Milliarden Euro, EY setzte mit 1,58 Milliarden Euro etwas weniger um. In beiden Unternehmen legte vor allem allem die Steuerberatung inklusive Rechtsberatung ordentlich zu, während die Wirtschaftsprüfung schwächelte. Während EY ihre Stärke in der klassischen Steuerberatung ausspielte, profitierte KPMG von ihrem deutlich stärkeren Rechtsberatungsarm.

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KPMG legte insgesamt um 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Der Umsatz der deutschen EY-Gruppe stieg etwas langsamer um 2,8 Prozent, was auch hinter der weltweiten Wachstumsrate von EY lag: Dort gab es eine Steigerung um neun Prozent auf 29,6 Milliarden US-Dollar (rund 28,4 Milliarden Euro).

Beiden gemeinsam ist: Das Wirtschaftsprüfungsgeschäft schwächelt erheblich. KPMG konnte hier zwar noch leichtes Wachstum von zwei Prozent auf 609 Millionen Euro verzeichnen. Bei EY gab es dagegen einen Einbruch: Aufgrund des Auslaufens einiger Sonderaufträge bei Bankenprüfung und Wirtschaftskriminalität ging die Wirtschaftsprüfung um fast acht Prozent auf 494 Millionen Euro zurück.

Steuerberatung bei EY vorn

Umso stärker präsentierten sich die anderen Bereiche: Zum ersten Mal ist die Steuerberatung bei EY der stärkste Beratungszweig. Sie schloss deutlich besser ab als die Wirtschaftsprüfung – im vergangenen Geschäftsjahr war es noch umgekehrt. Jetzt erwirtschafteten Steuerberater und Rechtsanwälte gemeinsam ein Plus von 7,6 Prozent und setzten 568 Millionen Euro um. Transaction Tax wird sowohl der Steuerberatung als auch der Transaktionsberatung zugerechnet, in letzterem gab es ein weiteres Plus von 3,4 Prozent. Zum Vergleich: KPMG erwirtschaftete in der Steuerberatung zuletzt 422 Millionen Euro, was zwar auch einem ordentlichen Wachstum von sechs Prozent entspricht, aber in der Summe noch deutlich hinter EY liegt.

Deutlich stärker ist bei KPMG hingegen der Rechtsberatungsarm, der bei beiden Gesellschaften dem Bereich Steuern zugerechnet wird: Hier legte KPMG JUVE-Recherchen zufolge im vergangenen Geschäftsjahr deutlich zu und steigerte ihren Umsatz um 5,4 Prozent auf 64 Millionen Euro. Künftig könnte sie sogar noch stärker werden: Erst kürzlich kündigte KPMG Law eine Umstrukturierung an, die den Rechtsberatungsarm enger an die Muttergesellschaft andockt. Einen gegenläufigen Trend verzeichnete demgegenüber EY: Die Umsätze in der Rechtsberatung sanken um 1,3 Prozent auf rund 34 Millionen Euro. Dies könnte vor allem an Einbrüchen im Steuerstrafrecht liegen, nachdem das lange florierende Geschäft mit Selbstanzeigen zuletzt versiegte.

Größte Zuwächse im Advisory-Bereich

Am stärksten legte mit einer Steigerung von 12,4 Prozent bei EY der Advisory-Bereich zu, der einen Umsatz von 279 Millionen Euro auf sich verbucht. KPMG kommt in dem Bereich auf einen Umsatz von 568 Millionen Euro. Das gute Geschäftsjahr sorgte auch für personelles Wachstum: Bei EY sind mittlerweile fast 9.500 Mitarbeiter in Deutschland tätig, fast sieben Prozent mehr als im Vorjahr. KPMG wuchs zwar etwas langsamer, kann aber mit 10.500 Mitarbeitern rund 300 mehr verzeichnen als im Vorjahr.

Die Nummer Eins unter den Big-Four-Gesellschaften bleibt PricewaterhouseCoopers, die zuletzt einen Umsatz von 1,95 Milliarden Euro erreichte. Derzeit letzter im Konzert der Big-Four-Gesellschaften ist Deloitte mit knapp einer Milliarde Euro Umsatz. Alle vier Prüfungsunternehmen wachsen vor allem in der Beratung.

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