Wie im Londoner Lovells-Hauptquartier auf Harald Seislers Kandidatur für den Posten des weltweiten Managing Partner reagiert wurde, ist fast schon eine Schande. Als bekannt wurde, dass Seisler gegen Amtsinhaber David Harris antreten würde, hinterfragten die Lovells-Partner weder seinen Trackrecord noch seine Fähigkeiten als Manager. Stattdessen wurde laut darüber nachgedacht, ob der Deutsche wohl die Feinheiten der englischen Sprache ausreichend beherrschte, um die hoch sensible englische Partnerschaft zu besänftigen. Mit Abscheu und Entsetzen, so schien es, hatten die Partner mit ansehen müssen, wie ein Anwalt von außerhalb Londons die Unverfrorenheit besaß, einen amtierenden Managing Partner herauszufordern.
Niemandem wäre je eingefallen, nach Harris‘ Deutsch-, Französisch- oder Mandarinkenntnissen zu fragen. Vor allem aber zeigten diese Reaktionen eine Inselmentalität, die nach Lovells‘ Ausbau zur internationalen Kanzlei längst überwunden sein könnte und müsste.
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