WorldCom-Sanierung saniert US-Kanzleien – Beraterhonorare schlagen in Millionenhöhe zu Buche

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  • JUVE

Für seine Sanierung hat der einstige Skandalkonzern WorldCom, der heute als MCI firmiert, allein rund 800 Millionen Dollar für Berater ausgegeben. Das meldete das US-Anwaltsblatt 'New York Law Journal' unter Berufung auf Unternehmensangaben. Allein Weil, Gotshal & Manges habe als Hauptkanzlei in dem zweijährigen Insolvenzverfahren über 35 Millionen Dollar an Honoraren und Spesen abgerechnet. Insgesamt sei ein Dutzend Kanzleien im Einsatz gewesen und habe weitere Millionenbeträge kassiert. Mehrere zehn Millionen Dollar seien außerdem an die Wirtschaftsprüfer von KPMG und PwC gegangen.Unter dem damaligen Namen WorldCom hatte der zweitgrößte Fernsprechanbieter nach AT&T vor zwei Jahren einen der größten Bilanzskandale der amerikanischen Firmengeschichte zu verantworten. Nach einem komplizierten Chapter 11-Insolvenzverfahren präsentierte sich WorldCom Ende April mit neuer Führung und dem neuem Namen MCI als saniert.

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Bereits im ersten Jahr des Insolvenzverfahrens summierten sich die abgerechneten Beraterstunden auf 31.000, berichtet das ‚New York Law Journal‘ weiter, verlangt wurden dabei Stundensätze von 500 Dollar und mehr. So setzte Weil Gotshal allein im Juli 2003 insgesamt 25 Anwälte in 1.300 Stunden zu je 500 Dollar ein und rechnete für diesen Monat 2,6 Millionen Dollar ab.

Als weitere Kanzleien mit prominenter Rolle in der WorldCom-Sanierung nannte das Branchenblatt Piper & Rudnick, Simpson Thacher & Bartlett sowie Jenner & Block. Von Juli 2002 bis März 2003 rechneten diese Kanzleien demnach zusammen 23,3 Millionen Dollar ab. Auch die kürzlich mit Hale and Dorr fusionierte Kanzlei Wilmer Cutler Pickering (siehe weitere Nachricht) beriet bei der WorldCom-Sanierung.

Mehrfach seien im Laufe des gesamten Insolvenzverfahrens die Beraterrechnungen geprüft und zum Teil Empfehlungen zu Reduzierungen ausgesprochen worden. Der leitende New Yorker Insolvenzrichter Arthur Gonzalez beauftragte ein eigens eingerichtetes Komitee mit den Prüfungen. Dem Gremium gehörten neben einem MCI-Inhouse-Jurist auch ein US Trustee und ein Vertreter der nicht abgesicherten Unternehmensgläubiger an. Das Komitee setzte eine Prozesskanzlei ein, die ebenfalls mindestens 800.000 Dollar erhalten haben soll.

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