WP-Kanzleien

Rechtsberatung mit gebremstem Umsatzwachstum

Der Aufstieg der Anwaltsarme der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deutschlands scheint vorerst gestoppt. Von den fünf größten aus diesem Kreis, KPMG, PricewaterhouseCoopers, Ernst & Young, Deloitte und BDO, steigerte lediglich PwC Legal ihren Umsatz deutlich. Die anderen konnten ihre massiven Zuwächse nicht wiederholen. Tatsächlich pendelten sich die Umsätze auf dem Stand des Vorjahres ein beziehungsweise fielen sogar etwas ab.

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Der jahrelange Aufstieg der Anwaltsarme der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deutschlands scheint vorerst gestoppt. Von den fünf größten aus diesem Kreis, KPMG, PricewaterhouseCoopers, Ernst & Young, Deloitte und BDO, steigerte lediglich PwC Legal ihren Umsatz deutlich. Die anderen konnten ihre massiven Zuwächse nicht wiederholen. Tatsächlich pendelten sich die Umsätze auf dem Stand des Vorjahres ein beziehungsweise fielen sogar etwas ab.

Dirk Stiller
Dirk Stiller

Die Ausnahme bildet PwC Legal. Nach Stagnation im Vorjahr steigerte die von Dr. Dirk Stiller als Co-Vorstandsvorsitzendem geführte Einheit ihre Einnahmen um 14,6 Prozent und verbuchte einen Umsatz von 63,6 Millionen Euro.

Die Kanzlei erregte in den vergangenen Monaten mit einer Reihe namhafter Quereinsteiger Aufsehen. So holte sie in diesem Jahr unter anderem den Energierechtsexperten Dr. Boris Scholtka, den langjährigen Managing-Partner von Mayer Brown und Finanzanwalt Dr. Jörg Wulfken sowie den Corporate-Partner Dr. Nikolaus Schrader von Freshfields Bruckhaus Deringer. Diese Zugänge wirkten sich aufgrund der Kürze der Zeit jedoch noch nicht einmal auf das Geschäft von PwC Legal aus.

Dagegen sanken die Einnahmen von KPMG Law erstmals seit Gründung der Gesellschaft vor sieben Jahren. Die Kanzlei büßte 6,5 Prozent an Umsatz ein und ist mit rund 62 Millionen Euro nur noch die zweitstärkste WP-Anwaltsgesellschaft im Lande. Selbst ein klares Wachstum in den Kerngebieten Corporate/M&A und Arbeitsrecht konnte den Umsatzrückgang nicht verhindern, der auf die seit Anfang des Jahres drastisch zurückgegangene Nachfrage nach steuerlicher Selbstanzeigeberatung zurückzuführen ist.

EY Law als drittgrößte WP-Kanzlei hielt ihren Umsatz bei rund 36 Millionen Euro stabil, litt aber wie KPMG Law unter dem sinkenden Beratungsgeschäft mit Selbstanzeigen.

Deloitte Legal schaffte dagegen erstmals nach ihrer Neuaufstellung seit Mitte 2012 den Sprung über die 20-Millionen-Euro-Marke. Im Vorjahr hatte sie noch rund 19 Millionen Euro verbucht. Auch Deloitte Legal zeichnete sich in den vergangenen Monaten durch das offensive Werben um Quereinsteiger aus. Erst vor Kurzem meldete sie den Einstieg des bekannten Finanzanwalts und bisherigen Leiters der Bankaufsichtsrechts-Praxis von DLA Piper, Mathias Hanten.

Die kleinste und jüngste Einheit im Quintett der großen deutschen WP-Gesellschaften, BDO Legal, kam nach einem Umsatzrückgang von knapp 8 Prozent auf 10,7 Millionen Euro. Sie landete damit auf Platz 99 im aktuellen JUVE-Ranking der 100 größten Kanzlei Deutschlands. (Jörn Poppelbaum)

Mehr über die Geschäftsentwicklung im Jahr 2014/15 lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von JUVE Rechtsmarkt 10/2015 sowie online auf dieser Seite

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