Kommentar

Todesstoß für den Stundensatz

Was ist gute Rechtsberatung wert? Wie können Kanzleien, die Stundensätze lieben, Unternehmen entgegenkommen, die gern für alles Festpreise hätten? Zunehmend übernehmen Verhandlungsprofis das Thema Preisgestaltung im Rechtsmarkt – vor allem in Unternehmen, aber immer häufiger auch in Kanzleien. Der Kommentar stammt aus dem aktuellen 'JUVE Rechtsmarkt', in dem sich die Redaktion dem Thema Pricing ausführlich widmet.

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Seit Jahren quengeln Unternehmen, weil ihnen die Abrechnung nach Stundensätzen nicht behagt. Die Rechnung ist für Mandanten vorher kaum kalkulierbar, und es fördert  nicht die Effizienz, wenn jemand umso mehr verdient, je länger er für eine Aufgabe braucht. Bisher kommen Kanzleien erstaunlich gut durch mit dem Argument, dass sich die Arbeit von Juristen nun einmal der Budgetlogik moderner Unternehmen entzieht. Es ist dasselbe Argument, mit dem Inhouse-Juristen ihrerseits gern die eigene Sonderstellung im Unternehmen rechtfertigen. Der Legal-Operations-Trend wird dazu führen, dass dieses Argument nicht mehr zieht. Er wird die Abrechnung nach Stundensatz zu einer Randerscheinung machen, die nur noch in High-End-Nischen überlebt.

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