GBL, hinter der der belgische Geschäftsmann Albert Frére steht, hatte das Aktienpaket vor fünf Jahren erworben – mit der Option, es ab Mai 2006 an die Börse zu bringen. Im Gegenzug hatte der Gütersloher Medienkonzern damals knapp 30 Prozent an dem TV- und Radio-Konzern RTL Group (Luxemburg) erhalten und seinen Anteil auf 67 Prozent gesteigert. Inzwischen hält Bertelsmann rund 90 Prozent an RTL.
Finanziert wird die jetzige Transaktion durch einen Milliardenkredit, den Barclays Capital, BNP Paribas, Deutsche Bank und die Royal Bank of Scotland beschaffen. Einen großen Teil der Kredite will Bertelsmann schon in den nächsten 12 bis 18 Monaten zurückzahlen. Das Geld dafür soll aus freigesetzten Mitteln des laufenden Geschäfts sowie dem geplanten Verkauf des Musikverlages BMG Music Publishing stammen.
Berater Bertelsmann
INHOUSE (Gütersloh): Nicht bekannt
HENGELER MUELLER : Dr. Axel Baumanns (Düsseldorf), Dr. Hendrik Haag (Frankfurt), Prof. Dr. Gerd Krieger (Düsseldorf) – Verhandlungen mit GBL
ALLEN & OVERY (Frankfurt): Dr. Neil George Weiand; Associate: Dr. Walter Uebelhoer – Finanzierung/Kredit – aus dem Markt bekannt
Berater GBL
LINKLATERS : Dr. Michael Lappe (München), Dr. Detlev Schuster (Berlin; beide Federführung; beide Corporate), Dr. Wolfgang Deselaers (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Stefan Lütje (Medienrecht; Berlin); Associate: Marcus Sohns (Corporate)
Berater Arrangeure
LINKLATERS (Frankfurt): Dr. Eva Reudelhuber; Associates: Julian Zaich, Andreas Lamping
Hengeler ist in den vergangenen Jahren wiederholt für Bertelsmann tätig geworden. Ein Team um Baumanns beriet den Medienkonzern etwa beim Verkauf ihrer Fachverlagsgruppe BertelsmannSpringer an die Finanzinvestoren Cinven und Candover vor rund drei Jahren. Und auch beim Einstieg in die RTL-Gruppe im Jahr 2002 hatte der Düsseldorfer Partner Bertelsmann schon betreut.
Zu dem Medienriesen hat die Kanzlei beständig gute Kontakte: Der renommierte Hengeler-Partner Prof. Dr. Michael Hoffmann-Becking war langjähriges Mitglied des Bertelsmann-Aufsichtsrates, schied jedoch im Mai 2004 aus dem Gremium aus.
Auch Allen & Overy hatte der Gütersloher Konzern bei Finance-Transkationen schon häufiger mandatiert: 2002 beriet die Kanzlei bei einem Kredit in Höhe von 18 Milliarden Euro und 2004 bei der Refinanzierung eines Kreditvertrages über 1,5 Milliarden Euro.
In diesen beiden Transaktionen war Linklaters wie auch beim aktuellen GBL-Deal auf Seiten der Banken aktiv. Jetzt agierte die Kanzlei allerdings zudem noch auf Seiten der Verkäufer. Und auch dieses Mandatsverhältnis zu GBL hat Tradition: Ein Team um den Münchner M&A-Partner Dr. Michael Lappe betreute die Belgier bereits beim Einstieg bei Bertelsmann.