Artikel drucken
16.02.2011

WestLB: Freshfields, Hengeler & Co. begleiten Umstrukturierungsszenarien

Kurz vor Fristende hat die Bundesregierung der EU-Kommission Pläne für die Zukunft der WestLB vorgelegt. Federführend in der Angelegenheit war der eigens für die Bank eingerichtete Lenkungsausschuss.

Axel Epe
Axel Epe

Das Gremium, in dem das Bundes- und das nordrhein-westfälische Finanzministerium, die beiden regionalen Sparkassenverbände, der WestLB-Vorstand, der Verkaufsbeauftragte Friedrich Merz sowie seit wenigen Tagen auch der Bankenrettungsfonds SoFFin vertreten sind, agierte stets in „enger Konsultation mit der WestLB, die der Kommission nun die Pläne für den Zuschnitt der neuen Kernbank aufgezeigt hat“, heißt es in einer Mitteilung des Instituts.

Danach sieht der Umstrukturierungsplan vor, dass die WestLB ihre Bilanzsumme und die risikogewichteten Aktiva bis 2015 weiter reduziert. Im Vergleich zu den in der ursprünglichen Beihilfeentscheidung festgelegten Werten werde die WestLB damit ihre Bilanzsumme und ihre risikogewichteten Aktiva um rund ein weiteres Drittel verringern.

Um die Anschluss- und Transaktionsfähigkeit für mögliche Verbindungen mit Partnern zu erhöhen, will die Bank vier Teilbetriebe unter dem Dach der WestLB bilden: Verbund- und Unternehmensfinanzierung, Spezialfinanzierungen, ein Transaktionsinstitut sowie Gruppen- und Servicefunktionen. Einzelne Betriebe könnten so zu einem späteren Zeitpunkt in Zusammenschlüsse eingebracht oder verkauft werden.

Doch auch eine Gesamtveräußerung ist wohl noch denkbar. Unbestätigten Berichten zufolge waren bis zuletzt die Finanzinvestoren Apollo, Blackstone und JC Flowers zusammen mit der Shinsei Bank an einem Kauf interessiert. Unterdessen gab der Veräußerungsbevollmächtigte der WestLB Merz bekannt, mit zwei Bietern den laufenden Veräußerungsprozess für die Gesamtbank fortzusetzen. „Der Veräußerungsprozess hat weiterhin nachhaltiges Momentum und liefert konkrete Perspektiven für die Zukunft der WestLB im Einklang mit den Vorgaben der EU-Kommission“, sagte Merz.

Für die Übernahme des Verbundgeschäfts stehen zwar offenbar die nordrhein-westfälischen Sparkassen sowie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bereit. Fraglich ist allerdings nach wie vor, inwieweit sie die Eigenkapitalausstattung eines Nachfolgeinstituts von angeblich bis zu 1,5 Milliarden Euro übernehmen werden.

Nun ist die EU-Kommission am Zug, die Pläne von Bundesregierung und WestLB zu prüfen. In welchem Zeitrahmen weitere Entscheidungen getroffen werden, ist aber offen. (Jörn Poppelbaum)

Berater Bundesfinanzministerium
Inhouse (Berlin): Keine Nennungen

Berater Finanzministerium Nordrhein-Westfalen
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Axel Epe, Dr. Anselm Raddatz (beide Gesellschaftsrecht; Düsseldorf), Dr. Benedikt Wolfers (Öffentliches Recht; Berlin), Dr. Gunnar Schuster (Bankaufsichtsrecht; Frankfurt), Dr. Andreas von Bonin (Beihilferecht; Brüssel) – aus dem Markt bekannt

Berater Rheinischer Sparkassen- und Giroverband/ Westfälisch-Lippischer Sparkassen- und Giroverband
Morgan Lewis & Bockius (Frankfurt): Dr. Jörg Siegels (Federführung; Corporate Finance) – aus dem Markt bekannt
Redeker Sellner Dahs
(Brüssel): Dr. Andreas Rosenfeld (Beihilferecht/Fusionskontrolle) – aus dem Markt bekannt

Berater DSGV
Inhouse (Berlin): Keine Nennungen

Berater WestLB
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Dirk Bliesener (Bankrecht), Dr. Johannes Adolff (beide Federführung; Gesellschaftsrecht), Dr. Hans-Jörg Niemeyer (Beihilferecht; Brüssel), Dr. Karsten Schmidt-Hern, Prof. Dr. Gerd Krieger (beide Gesellschaftsrecht; Düsseldorf), Dr. Sven Schneider (Bankrecht)
Inhouse (Düsseldorf): Dr. Klaus Poggemann – aus dem Markt bekannt

Berater Eigentümer WestLB für Gesamtveräußerung
Mayer Brown (Berlin): Dr. Friedrich Merz (als Veräußerungsbevollmächtigter)

Berater Aufsichtsrat WestLB
Gleiss Lutz: Dr. Gerhard Wirth (Federführung; Stuttgart), Dr. Stefan Mutter (Aktienrecht; Düsseldorf), Dr. Ulrich Soltész (EU-Recht; Brüssel)

Berater SoFFin
Linklaters (Frankfurt): Dr. Thomas Nießen (Corporate), Andreas Steck (Bank- u. Finanzrecht; Frankfurt), Dr. Sebastian Benz (Steuerrecht), Dr. Jan Endler (Öffentliches Recht; Berlin), Dr. Carsten Grave (Kartellrecht)
Inhouse (Frankfurt): Bernd Giersberg, Eva Bauer

Berater Finanzinvestoren
nicht bekannt

Hintergrund: In den seit Monaten währenden Beratungen im WestLB-Komplex sitzen die Rechtsanwälte fest im Sattel. Die hier aufgeführten Kanzleien begleiteten – wenn auch zum Teil mit etwas anderen Teams – ihre jeweiligen Mandanten bereits bei Gründung der Ersten Allgemeinen Abwicklungsanstalt (mehr…), später wieder abgesagten Fusionsszenarien mit anderen Landesbanken (mehr…) sowie zuletzt beim gerichtlich angefochtenen Verkauf der WestLB-Tochter Westimmo (mehr…).

Im Hintergrund agiert zudem ebenfalls seit langem Dr. Dietmar Janzen von der Münsteraner Kanzlei Dr. Schumacher & Partner (mehr…). Er ist von den Landschaftschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe mandatiert, die als Anteilseigner der WestLB bzw. der NRW-Bank in die Umstrukturierung involviert sind.

  • Teilen