Juve Plus Outdoor-Ausrüstung

Blackstone greift mit Gleiss Lutz nach Jack Wolfskin

Der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin steht vor einem Verkauf an das Beteiligungsunternehmen Blackstone. Bisher ist das Unternehmen aus Idstein in Hessen im Besitz der Finanzinvestoren Quadriga Capital und Barclays Private Equity. Als Preis sollen rund 700 Millionen Euro im Gespräch sein.

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Jan Bauer
Jan Bauer

Im April hatten Barclays und Quadriga den Verkauf eigentlich abgesagt, weil ihnen die Angebote für den Hersteller von Funktionskleidung, Rucksäcken, Zelten und Schlafsäcken nicht hoch genug waren. Die Eigentümer sollen sich Presseberichten zufolge damals mehr als 800 Millionen Euro für Jack Wolfskin vorgestellt haben, während die Gebote bei rund 600 Millionen Euro gelegen hätten.

Für Blackstone ist die Übernahme der Wiedereinstieg in den deutschen Markt nach einer mehrjährigen Pause. Derzeit besitzt Blackstone hierzulande den Folienhersteller Klöckner Pentaplast und eine Minderheitsbeteiligung an der Deutschen Telekom.

Jack Wolfskin war 1981 zunächst als Eigenmarke des Frankfurter Outdoor-Fachhändlers Sine gegründet worden. Nach der Abtrennung von dem Handelsunternehmen ist Jack Wolfskin bislang drei Mal an Finanzinvestoren verkauft worden, zuletzt hatten 2006 Barclays und Quadriga das Unternehmen für 93 Millionen Euro von Bain Capital übernommen. Jack Wolfskin beschäftigt inzwischen mehr als 430 Mitarbeiter. Das Unternehmen betreibt über 400 eigene Läden zumeist im Franchise-System, davon gut 220 in Deutschland, und verkauft seine Produkte zudem in mehr als 4.000 Verkaufsstellen. Mit Hilfe des Partners Globetrotter wurde inzwischen auch der Online-Verkauf begonnen.

Berater Blackstone
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Jan Bauer (Corporate/M&A)

Berater Management
Luther (Eschborn): Dr. Eberhard Kalbfleisch (Corporate, Steuerrecht)

Berater Quadriga Capital/Barclays Private Equity
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (Frankfurt): Dr. Matthias Jaletzke; Associate: Dr. Hanns Herwig (beide M&A)

Berater Barclays Private Equity
P + P Pöllath + Partners (München): Dr. Andrea von Drygalski (Corporate)

Berater finanzierende Banken
Linklaters (Frankfurt): Marc Trinkaus (Bank- und Finanzrecht), Dr. Ralph Drebes (Corporate/M&A)

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Gleiss gilt als so gut wie gesetzte Beraterin von Blackstone auf Private-Equity-Seite bei Transaktionen in Deutschland. Krisenbedingt kamen in den vergangenen Jahren zwar weniger Deals des Beteiligungshauses zustande, jedoch begleitete die Kanzlei den Investor immer wieder bei Bieterverfahren, wie zum Beispiel 2007 für die milliardenschwere Siemens-Sparte VDO. 2008 stand Gleiss an der Seite von Blackstone bei deren Investition in den Projektentwickler Windland (mehr…).

Quadriga vertraute beim Erwerb des Unternehmens von Bain Capital dem damaligen Lovells-Partner Oliver Felsenstein (mehr…), der 2005 zu Clifford Chance wechselte (mehr…). Auch bei der Übernahme des Bauzulieferers Essmann Group 2007 war Clifford Chance für die Private-Equity-Gesellschaft im Mandat. Soweit bekannt, stand ein Clifford-Team um Felsenstein, den Corporate-Partner Georg Linde und die Bank- und Kapitalmarktrecht-Partnerin Barbara Mayer-Trautmann jetzt aber an der Seite von BC Partners. Das Private-Equity-Haus hatte ebenfalls Interesse am Erwerb.

Dass Quadriga diesmal einem Skadden Arps-Team um Partner Jaletzke vertraute, ist dennoch keine Überraschung. Auch Skadden und Quadriga haben schon mehrfach zusammengearbeitet, beispielsweise 2008 beim Erwerb von Ipsen (mehr…) oder beim Verkauf des Chemikalienherstellers Coventya an den französischen Investor Natexis.

Doch die Frankfurter Beteiligungsgesellschaft hat auch schon andere Kanzleien mandatiert: Haarmann war beim Einstieg in den Call-Center-Betreiber Tectrum 2007 tätig. Auch beim Erwerb weiterer 50 Prozent an dem Gelsenkirchener Kommunikationsdienstleister im Sommer 2010 stand die Kanzlei Quadriga zur Seite (mehr…). Zu dem Haarmann-Team gehörte unter anderem Dr. Veit Denzer, der Anfang 2010 von Skadden Arps zu Haarmann gewechselt und für den Investor auch schon bei seiner früheren Kanzlei tätig war. Quadriga mandatierte ihn auch im Frühjahr 2011, als das Beteiligungsunternehmen den Logistiker Euro Leergut übernahm (mehr…).

Soweit bekannt, trat Skadden Arps hier für beide verkaufenden Beteiligungsunternehmen auf, während P+P Pöllath vor allem für Barclays auf der Fondsseite tätig war.

Das Management vertraut Luther-Partner Kalbfleisch seit Jahren. Noch in der Vorgängerkanzlei Luther Menold begleitete er 2002 den Verkauf des Unternehmens an Bain Capital (mehr…).

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