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09.08.2016

Guter Blick: TCV investiert mit Orrick in brillen.de

Ein junges Geschäftsmodell in der Optikerbranche hat überzeugt: Die aus Silicon Valley stammende Technology Crossover Ventures (TCV) investiert 45 Millionen Euro in das Familienunternehmen brillen.de. Im Gegenzug erhält TCV eine 30-prozentige Minderheitsbeteiligung an der 2012 gegründeten SuperVista, die hinter dem Onlineanbieter steht.

Thomas Schmid

Thomas Schmid

SuperVista hatte 2012 für den wachsenden Brillenmarkt ein Hybrid-Modell aus Online- und Offlinevertrieb entwickelt: Sie vermarktet über ihre Onlineportale Optikprodukte, die dann auf Kundenbestellung im Ausland gefertigt und bei einem Netzwerk an hiesigen Fachgeschäften angepasst werden. Derzeit beschäftigt das Brandenburger Unternehmen, das in der Startphase auch von der landeseigenen Beteiligungsgesellschaft MBG gefördert wurde, rund 100 Mitarbeiter. In den nächsten beiden Jahren soll sich die Belegschaft verdoppeln.

TCV zählt zu ihrem Investment-Portfolio auch Netflix, Vice Media, Electronic Arts und Facebook. In Europa hat die Beteiligungsgesellschaft, die auch einen Sitz in London hat, nach eigenen Angaben bislang rund 600 Millionen Dollar investiert.

Berater Technology Crossover Ventures (TCV)
Orrick Herrington & Sutcliffe (München): Dr. Thomas Schmid (Federführung), Dr. Fabian von Samson-Himmelstjerna (beide Corporate/M&A), Dr. Stefan Schultes-Schnitzlein (Steuerrecht), Dr. Christian Schröder (IP/IT), Dr. André Zimmermann (Arbeitsrecht), Dr. Till Steinvorth (Kartellrecht; alle vier Düsseldorf), Dr. Timo Holzborn (Corporate); Associates: Michael Rebholz (Corporate/M&A), Louisa Kallhoff (Arbeitsrecht), Sophie Ratzke (IP/IT), Clarissa Otto (IP/IT, Corporate; alle drei Düsseldorf), Christopher Mayston (Corporate), Katrina Murphy (General Corporate; London)

Oliver Heinekamp

Oliver Heinekamp

Berater SuperVista
Anton Heinekamp & Teufel
(Bayreuth): Stephan Anton, Oliver Heinekamp; Associate: Clemens Pelka 

Hintergrund: TCV hat Orrick erstmalig für eine Transaktion mandatiert. Lead-Partner Schmid hatte die Investmentfirma vor rund zwei Jahren in Silicon Valley kennengelernt; seinerzeit war er noch bei Weil Gotshal & Manges tätig. Im Spätherbst letzten Jahres wechselte er zu Orrick, wo er nun die Praxisgruppe für M&A und Private Equity leitet. Neben ihm kam in dem standortübergreifenden Team auch Neuzugang Fabian von Samson-Himmelstjerna zum Einsatz, der zum Jahreswechsel von Ashurst zu Orrick wechselte.

Im Vorstand der SuperVista ist mit Markus Fränkle juristische Expertise verankert. Zudem wird die jungen Firma schon länger von der Bayreuther Anwalts- und Steuerkanzlei Anton Heinekamp & Teufel beraten, sie hatte auch schon vorige Kapitalerhöhungen dort unterstützt. Der multidisziplinärer Kanzleiverbund, der weitere Büros in der nordbayrischen Region hat, zählt viele Familiengesellschaften zur Mandantschaft. Die Begleitung der Risikoprüfung durch die Investorenseite, Vertragsverhandlungen zu Fremdbeteiligungen und Mitbestimmungsrechten der Gründungsgesellschafter sind keine Seltenheit im Berufsalltag der dortigen Berater. Hier kamen nun auch aktienrechtliche Fragen hinzu, nicht zuletzt, weil kleinere Aktionäre aus der SuperVista parallel ausschieden. (Sonja Behrens)

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