Bei Trevira sind insgesamt 1.800 Arbeitsplätze gefährdet, 1.380 in den deutschen Werken in Bobingen, Hattersheim und Guben. Die Krise der Traditionsmarke hatte sich bereits Mitte Mai zugespitzt, als die indische Reliance Group eine Restrukturierungsspezialistin in die Geschäftsführung berief. Reliance hatte Trevira 2004 über ihre niederländische Tochtergesellschaft von der Deutschen Bank erworben.
Elke Bäuerle von Schultze & Braun ist seit Mitte Mai alleinige Geschäftsführerin. Sie soll dem Vernehmen nach auch nach Schneiders Bestellung dort bleiben und möglicherweise eine Insolvenz in Eigenverwaltung begleiten.
Der Geschäftsbetrieb soll zunächst unverändert fortgeführt, zudem ein Investor für das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 323 Millionen Euro gesucht werden. Trevira stellt Spezialfasern für Bekleidung, Haustextilien und Innenausstattungen von Fahrzeugen her. Die Fasern machen zum Beispiel Anzüge knitterfrei, Sportjacken wetterfest und Sitzbezüge schwer entflammbar.