Wagner, der seit 1997 Partner bei Pöllath ist, nimmt sein gesamtes Team, darunter die Associates Nelson Gameiro, Dr. Susanne Bischoff, Mandy Wündsch, Hanna Janta und Jennifer König mit. „Durch den Einstieg gewinnen wir eine voll funktionsfähige Praxisgruppe mit anerkannten Anwälten und einer soliden Erfolgsbilanz“, sagte Dr. Hanno Berger, deutscher Managing Partner von Dewey. Die Kanzlei will sich mit dem Neuzugang auch für die zu erwartenden IPOs der Immobilienbranche rüsten.
Lemor wiederum wird von der Associate Birgit Hübscher-Alt begleitet. Der Gesellschaftsrechtler war erst im Mai letzten Jahres von Willkie Farr & Gallagher zu Pöllath gewechselt. „Wir kennen Julian aus Transaktionen und sind von seiner Qualität und Dynamik beeindruckt“, sagte Dr. Michael Roos, Leiter der Corporate-Abteilung von SJ Berwin in Frankfurt. Lemor, der sich auf M&A- und Private-Equity-Transaktionen konzentriert, zählt unter anderem Steadfast, CVC und EADS zu seinen Mandanten. Diese hatte er bereits bei Willkie betreut.
Pöllath erklärte, die Trennungen erfolgten einvernehmlich. Grund dafür seien unterschiedliche Auffassungen über die weitere strategische Ausrichtung des Frankfurter Büros. Zugleich kündigte Pöllath an, die Corporate-Praxis mit Prof. Dr. Ingo Saenger, Ordinarius der Uni Münster, als of Counsel zu verstärken. Zudem sollen durch interne Umbesetzungen vor allem die Bereiche Fondsstrukturierung und Steuern in Frankfurt ausgebaut werden.
Pöllath verliert jedoch nicht nur zwei hoch angesehene Partner sondern durch den Weggang der Gruppe um Wagner zugleich ihre gesamte Immobilienkompetenz in Frankfurt. Das Berliner Pöllath-Immobilienteam hat sich gerade in den letzten Monaten zwar bemerkenswert gut entwickelt, den Verlust in Frankfurt dürfte es jedoch kaum kompensieren können.
Wagner hatte zuletzt unter anderem Morgan Stanley beim Erwerb des Trianon-Hochhauses und die französische Foncière Développement Logements beim milliardenschweren Erwerb der Wohnungsgesellschaft Immeo beraten. Zudem zählt er eine Reihe ausländischer strategischer Investoren, darunter eine australische Hotelgruppe, zu seinen Mandanten. Jedoch war es bislang nicht gelungen, die Zusammenarbeit unter den Fachbereichen optimal zu nutzen. Wettbewerber hatten schon länger angemerkt, dass die Kapazitäten im Immobilienbereich für Frankfurt nicht ausgereicht hätten.
Wagner sagte, ihn habe das entschlossene Wachstum von Dewey beeindruckt. Vor wenigen Wochen gewann die erst seit 2003 in Frankfurt präsente US-Kanzlei die anerkannte Kapitalmarkt-Expertin Dr. Walburga Kullmann von Freshfields Bruckhaus Deringer. Weitere Einstellungen , so teilte die Kanzlei mit, sind bereits konkret geplant.
Der Wechsel Wagners ist seit längerem der erste eines prominenten Immobilien-Transaktionsrechtlers in Frankfurt. Aufgrund des anhaltenden Immobilienbooms gibt es gerade in der hessischen Großstadt kaum eine Kanzlei, die sich derzeit nicht um Quereinsteiger bemüht – bislang allerdings blieben die Anstrengungen trotz attraktiver Angebote weitgehend erfolglos.