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30.05.2011

Ungebremste Angriffslust: Allen & Overy gewinnt Partner von Hogan Lovells und Willkie

Allen & Overy setzt den Ausbau ihrer deutschen Partnerschaft fort. Mit dem Zugang des anerkannten Versicherungsunternehmensrechtler Dr. Jan Schröder (40) bedient sich die Kanzlei dabei abermals bei Hogan Lovells. Zudem schließt sich in Frankfurt zum Juni der Private-Equity-Spezialist Dr. Michael Bernhardt (38) an. Er wechselt von Willkie Farr & Gallagher, wo er seit 2007 Partner war.

Jan Schröder

Jan Schröder

Mit Schröder holt Allen & Overy den Kopf der Hogan Lovells-Gruppe für Versicherungsrecht dazu, der auch für eine Verknüpfung der Bereiche Corporate/M&A und Aufsichtsrecht steht. Schröder berät Versicherer und Rückversicherer sowie weitere Finanzdienstleister bei Fusionen und Übernahmen, Umstrukturierungen und in allgemeinen gesellschafts- und aufsichtsrechtlichen Fragen. Zuletzt leitete er unter anderem ein internationales Team von Hogan Lovells-Anwälten, das den Rückversicherer General Reinsurance bei seiner Umstrukturierung betreute (mehr…). Zum Jahresende 2009 betreute er zudem für die Axa-Tochter Axa Liabilities Managers eine der wenigen sogenannten Run-off-Transaktionen im deutschen Markt (mehr…), der Abwicklung nicht mehr aktiven Geschäfts. Mit Schröder steigen auch Anne Fischer als Senior Associate und Dr. Achim Schmid als Junior Associate bei Allen & Overy ein. Fischer ist eine langjährige Mitarbeiterin Schröders, arbeitet derzeit aber bei Noerr.

Schröder startete seine Karriere 2000 beim Allianz-Konzern, wo er sich unter anderem als Leiter einer Beratungseinheit intensiv mit den Themen Finanzplanung und betriebliche Altersvorsorge beschäftigte. 2003 wechselte er zur Hogan Lovells-Vorgängerkanzlei Lovells, wo er 2007 zum Partner ernannt wurde. Zuletzt leitete er das deutsche Corporate-Insurance-Team sowie nach offiziellen Kanzleiangaben die übergeordnete Financial Institutions Group. Nach Marktinforamtionenübernimmt ab sofort Hogan Lovells-Managing Partner Dr. Christoph Küppers die Leitung des Corporate-Insurance-Teams. Im Fachbereich Versicherungsrecht arbeiten nach dem Weggang des Praxiskopfs Schröder nun noch sechs Partner.

Bei Allen & Overy übernimmt Schröder ebenfalls die Leitung und den Ausbau des Bereichs Versicherungsunternehmensrecht. Daneben soll ein Fokus auf der Beratung von sogenannten Contractual Trust Arrangements (CTA) liegen. Dies sind Treuhandlösungen für die Finanzierung von Pensionsrückstellungen. Diese Spezialisierung zeichnete Schröder schon zu Lovells-Zeiten aus. Seine zukünftige Kanzlei Allen & Overy hatte zuletzt beispielsweise den Essener Konzern Evonik Industries zu dessen CTA-Struktur betreut.

„Herr Schröder zählt hierzulande zu den maßgeblichen Versicherungsunternehmensrechtlern und profiliertesten CTA-Experten. Seine fachliche Expertise und tiefe Branchenkenntnis, seine Reputation und seine große Erfahrung werden uns helfen, uns im Bereich des Versicherungsunternehmens- und -aufsichtsrechts zügig als führende Praxis im deutschen Markt zu etablieren“, sagte Dr. Neil Weiand, Senior Partner von Allen & Overy Deutschland.

Mit dem zeitlich noch nicht festgelegten Zugang des Teams um Schröder erweitert Allen & Overy ihre Beratungskompetenz im Versicherungsrecht erheblich. In Düsseldorf findet sich zukünftig ein Kernteam von fokussierten Gesellschaftsrechtlern zusammen: Mit Dr. Christian Eichner hat Schröder noch bei Lovells in diversen größeren aktienrechtlichen Mandaten für den Axa-Konzern zusammengearbeitet. Eichner selbst war im Frühsommer 2010 von  Hogan Lovells zu Allen & Overy gewechselt (mehr…). Zudem hat M&A-Anwältin Birgit Reese eine weitere branchenerfahrene Partnerin dort ihren Schwerpunkt. Über den jüngsten Zugang des bekannten Bankaufsichtsrechtlers Frank Herring von Norton Rose hat Allen & Overy kürzlich zudem die Verbindung zur Bank- und Investmentbranche sichergestellt (mehr…).

Michael Bernhardt

Michael Bernhardt

Aufbau von Private Equity

Neben dem Ausbau im Versicherungssegment nimmt Allen & Overy nun auch den Private-Equity-Bereich ins Visier. Neupartner Michael Bernhardt berät Private-Equity-Investoren sowie in- und ausländische Unternehmen bei Transaktionen. Aktuell begleitet er etwa den sächsischen Solarmaschinenbauer Roth & Rau beim Übernahmeangebot des Schweizer Zulieferers Meyer Burger Technology (mehr…). Zudem gehörte er zu dem Willkie-Team, das die Luxemburger Private-Equity-Gesellschaft BGP Investments beim Verkauf eines Immobilienportfolios an Corestate beriet (mehr…).

Vor seiner Tätigkeit bei Willkie war Bernhardt seit 2000 Associate im Frankfurter Büro von Linklaters und von 2001 bis 2002 für den Bereich Investment Banking der Credit Suisse First Boston als Secondee tätig. Mit ihm wechselt sein erfahrener Associate Dr. Markus Käpplinger, der bei Allen & Overy als Senior Associate einsteigt. Bei Willkie sind weiterhin vier Partner mit einem Schwerpunkt im Private-Equity-Bereich tätig. Für die Kanzlei bedeutet der Weggang Bernhardt vor allem einen Verlust in konzern- und übernahmerechtlichen Fragen.

„Allen & Overy besitzt eine hervorragende Reputation in vielen Rechtsbereichen, darunter im Bank- und Finanzrecht, Kapitalmarkt- und Steuerrecht sowie im Wettbewerbs- und Arbeitsrecht und stellt somit eine hervorragende Plattform für Private-Equity-Transaktionen jeder Art dar. Ich freue mich darauf, mit dem bestehenden Team gemeinsam zur Marktspitze aufzuschließen“, sagte Bernhardt. Er ist der erste Partner bei Allen & Overy mit einem klaren Fokus auf dem Private-Equity-Bereich. Bisher betreuten vor allem die Corporate-Partner Dr. Matthias Horn, Dr. Hartmut Krause und Dr. Helge Schäfer Deals in dem Segment.

Schröder und Bernhardt sind für Allen & Overy bereits die Partnerzugänge Nummer acht und neun binnen der vergangenen dreizehn Monate, mehr als die Hälfte der Anwälte war zuvor wie Schröder bei Hogan Lovells tätig. Zuletzt kamen von dort die beiden renommierten Arbeitsrechtspartner Hans-Peter Löw (mehr…) und Thomas Ubber (mehr…). (Geertje Oldermann, Marcus Jung, Volker Votsmeier)

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