Hogan Lovells

Umsatz runter, aber Produktivität nach Fusion erhöht

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  • JUVE

Hogan Lovells hat 2011 in Deutschland mit ihren Büros in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München rund 140,5 Millionen Euro umgesetzt. Damit liegt die Kanzlei knapp (-2,2 Prozent) unter dem Ergebnis des Vorjahres.

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Christoph Küppers
Christoph Küppers

Neben dem Corporate-Geschäft, das 2011 rund 32 Prozent des Umsatzes ausmachte, war wie schon im Vorjahr auch Litigation (28 Prozent) besonders stark. Jeweils rund 15 Prozent erwirtschafteten die Praxen Regulatory und Finance, 11 Prozent steuerte der Bereich IP bei.

„Hogan Lovells erntet bereits im zweiten Jahr nach dem Zusammengehen Früchte dieses Entschlusses“, sagte Küppers. Die Kanzlei gewinne Mandate und Panel-Berufungen, die sie ohne das Zusammengehen nicht gewonnen hätten. „So haben wir beispielsweise ein aus elf Banken bestehendes Bankenkonsortium im Rahmen einer Kreditvergabe an den Linzer Stahlkonzern Voestalpine beraten.“

Der Umsatzrückgang ist für Managing-Partner Christoph Küppers auch insofern verschmerzbar, als dass die Produktivität der Kanzlei sich im gleichen Zeitraum leicht verbessert hat. Mit 471.000 Euro steigerte sie den Umsatz pro Berufsträger (UBT) um 2,2 Prozent.

Damit rückt Hogan Lovells nach eigenem Dafürhalten in Deutschland näher an die Wettbewerber heran, die für sie im deutschen Markt hinsichtlich solcher Kennzahlen die Benchmark bilden, etwa Linklaters oder Clifford Chance. Allerdings hat Hogan Lovells immer noch einen Weg vor sich, um aufzuschließen: Im Geschäftsjahr 2010/11 betrug der UBT bei Clifford knapp 565.000 Euro und bei Linklaters gar mehr als 635.000 Euro.

Der gestiegene UBT bei Hogan Lovells mag auf eine Verbesserung des Geschäfts zurückzuführen sein. Allerdings ist er auch Effekt leicht rückläufiger Personalzahlen in 2011. Die Kanzlei beschäftigte im abgelaufenen Geschäftsjahr 299 Berufsträger gegenüber 312 im Vorjahr.

Auffällig ist, dass sich die Zahl der Equity-Partner praktisch nicht verändert hat. Abgängen wie dem von Arbeitsrechtler Thomas Ubber (zu Allen & Overy, mehr…), Medienrechtler Dr. Stefan Engels (zu Bird & Bird, mehr…) und Versicherungsunternehmensrechtler Dr. Jan Schröder (zu Allen & Overy, mehr…) stehen Zugänge wie ein Ex-Broich-Team in Berlin (mehr…) sowie drei interne Partnerernennungen zum März 2011 gegenüber.

Die Wechsel bewertet Hogan Lovells‘ Managing-Partner Christoph Küppers zudem unterschiedlich. „Es gibt drei Gründe, aus denen Partner Anwaltsfirmen verlassen“, sagte er kürzlich in einem ‚Handelsblatt‘-Interview. „Der erste ist der Interessenskonflikt (…). Der zweite ist die Trennung, die auch von der Sozietät gewollt ist – das geschieht in der Krise des Marktes häufiger. Der dritte ist, dass der Partner eine Lebensentscheidung trifft und sich verändern möchte.“

Erstmals ist nun auch eine genauere Auswertung der internationalen Finanzzahlen der fusionierten Einheit möglich. Danach liegen die US-Büros vorne. Sie erzielten 44 Prozent des globalen Umsatzes, London 26, Kontinentaleuropa 24 und Asien und der Mittlere Osten kommen auf 6 Prozent.

Weltweit verzeichnete Hogan Lovells bei einem leicht gestiegenen Umsatz von insgesamt 1,665 Milliarden US-Dollar einen Anstieg der Profitabilität. Der Profit pro Equity-Partner stieg auf 1,165 Millionen US-Dollar, der Umsatz pro Berufsträger betrug 739.140 US-Dollar. Umgerechnet sind das 541.000 Euro – und damit nochmal rund 70.000 Euro mehr als der durchschnittliche UBT in Deutschland.

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