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17.01.2014

Überraschende Personalie: ThyssenKrupp beruft Ex-Metro-Chefjuristen zum Vorstand für Recht und Compliance

ThyssenKrupp schafft zum Februar ein neues Vorstandsressort für Recht und Compliance. Den Posten übernimmt Dr. Donatus Kaufmann (51). Dies teilte der Stahl- und Technologiekonzern auf seiner Hauptversammlung in Bochum mit. Kaufmann wechselt vom Handelskonzern Metro. Dort war er nach langjähriger Arbeit für den Pharmakonzern Boehringer Ingelheim vor drei Jahren als Chefjurist eingestiegen (mehr…). In der Folge baute Kaufmann vor allem die Compliance-Arbeit maßgeblich aus, zudem führte er eine Governance-Struktur bei der Metro-Tochter Media-Saturn ein. 

Donatus Kaufmann

Nach gut eineinhalb Jahren als Rechts- und Compliancechef wechselte er dann intern den Posten und rückte Ende 2012 ins operative Management (mehr…). Als Leiter Corporate Special Projects befasste er sich seitdem mit strategischen Themen, die über das rein Juristische hinausgehen.

Bei ThyssenKrupp übernimmt Kaufmann einen Posten, dem der in den vergangenen Jahren mehrfach durch Korruptions- und Kartellverstöße negativ in die Schlagzeilen geratene Konzern herausragende Bedeutung beimisst. „Die Bestellung von Dr. Kaufmann ist ein klares Signal, dass Compliance höchste Priorität hat“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Dr. Ulrich Lehner. „Bei ThyssenKrupp gibt es zur Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Richtlinien ein klares Bekenntnis: Verstöße, insbesondere Kartell- oder Korruptionsverstöße, werden im Sinne von „Null Toleranz“ nicht geduldet“, so Lehner.

Bis 2012 hatte ThyssenKrupp die Themenfelder Recht und Compliance unter einheitlicher Führung gebündelt. Mit dem Weggang des damaligen General Counsel Dr. Thomas Kremer trennte der Konzern die beiden Ressorts (mehr…). Den rechtlichen Teil der Aufgaben übernahm der neue Chefjurist Arne Wittig, der von der Deutschen Bank dazustieß. Die Compliance-Abteilung leitet seither Dr. Christoph Klarhold. Beide werden künftig an Kaufmann berichten.

Mit dem neuen Vorstandsressort geht ThyssenKrupp einen weiteren Schritt. Zuvor hatte das Unternehmen bereits den halben Vorstand ausgetauscht und erst im vergangenen Frühjahr seine Compliance-Aktivitäten intensiviert (mehr…). Dabei etablierte der Ruhrkonzern unter anderem ein bis zum Sommer 2013 zeitlich befristetes Amnestieprogramm. Als Ombudsmann berief ThyssenKrupp den Düsseldorfer Taylor Wessing-Anwalt Dr. Dietrich Max, als externe Verstärkung für die interne Compliance-Organisation holte das Unternehmen Noerr dazu. 

Eine wesentliche Veränderung gab es auch in der Steuerabteilung. Dort löste ThyssenKrupp den langjährigen Leiter Bernd Jonas ab (mehr…). Auf die Position rückte Michael Brödel, der wie Kaufmann vom Metro-Konzern kam. Jonas hatte mehr als zwei Jahrzehnte für ThyssenKrupp gearbeitet und fungierte auch als Generalbevollmächtigter. (René Bender)

 

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