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26.09.2014

Paukenschlag in Stuttgart: GSK-Büro wechselt komplett zu Heuking

Die 18 Anwälte des Stuttgarter Büros von GSK Stockmann + Kollegen, darunter acht Partner, wechseln geschlossen zur Konkurrenz. Voraussichtlich zum Januar wird das örtliche Team um den Corporate-Spezialisten Dr. Peter Ladwig für Heuking Kühn Lüer Wojtek eröffnen.

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Peter Ladwig

Derzeit verhandeln die Stuttgarter GSK-Anwälte und das Management noch über die Wechselmodalitäten, daher ist der genaue Zeitpunkt des Wechsels noch offen. Zur bisherigen Partnerriege von GSK in Stuttgart zählen neben Ladwig, Dr. Anne de Boer, Dr. Rainer Herschlein und Dr. Hermann Hinderer (alle Gesellschaftsrecht), Dr. Juliane Reichelt, Dr. Wolfram Sandner (beide Immobilienrecht), Dr. Dirk Koch (Steuerrecht) sowie der Salary-Partner Dr. Markus Klinger (IP/IT). Hinzu kommt Andreas Hartmann, Generalbevollmächtigter und früherer General Counsel des Autozulieferers ZF Friedrichshafen, den GSK erst im März als of Counsel dazu geholt hatte.

Das Stuttgarter Büro ist der am stärksten auf das Corporate-Geschäft ausgerichtete GSK-Standort. Das Immobilienrecht, der wichtigste Schwerpunkt der Kanzlei, ist hingegen weniger stark ausgeprägt als an anderen Standorten. Die spezielle Ausrichtung des Stuttgarter Büros dürfte der Hauptgrund für die Trennung von GSK sein. Zudem ist der Standort weitgehend ohne den GSK-Verbund funktionsfähig, was die Abspaltung erleichtert haben dürfte.

Strukturreform bei GSK

GSK reformiert derzeit ihre Strukturen. Erst zum Juni dieses Jahres hat die Kanzlei auch ihr Düsseldorfer Büro geschlossen. Es besteht nicht mehr der Anspruch, in möglichst allen wichtigen Märkten mit einem Full-Service-Büro präsent zu sein. Entsprechend gilt ein Wiederaufbau in Stuttgart als unwahrscheinlich. Stattdessen will die Kanzlei mit einer stärkeren Fokussierung auf Praxisgruppen mehr standortübergreifend zusammenarbeiten. Für ihre größeren Standorte verfolgt GSK daher Ausbaupläne und hat zuletzt mehrere Quereinsteiger gewonnen.

Im Mai verstärkte sich der Berliner Standort mit dem Öffentlichrechtler Dr. Jan Hennig von Gleiss Lutz. Drei Monate darauf gewann das Hamburger Büro ein Team um den Prozess- und Schiedsexperten Dr. Justus Jansen aus der Kanzlei Brödermann Jahn, der nun bei GSK die bundesweite Praxis für Dispute Resolution leitet. Im Juli wechselte zudem der renommierte Bank- und Aufsichtsrechtler Peter Scherer von Clifford Chance ins Frankfurter Büro. Allerdings hatte GSK auch erst in den vergangenen zwölf Monaten in Stuttgart die Partner Hinderer von Baker & McKenzie und Reichelt von Gleiss Lutz dazu geholt.

Der Wandel der GSK-Strategie spiegelt sich auch in der Kanzleiführung wider. Im Frühjahr verordnete sich die Sozietät erstmals eine zentrale Managementstruktur, die sich von den Standorten löst und es den Managing-Partnern Dr. Olaf Schmechel und Stefan Koser erlaubt, sich stärker auf die Gesamtentwicklung der Kanzlei zu fokussieren. Nach dem Ausscheiden der Stuttgarter Gesellschaftsrechtler verfügt GSK noch über 37 Anwälte auf diesem Gebiet, davon 19 Partner. 

Heuking hat bereits seit Längerem mit einem Büro in der Hauptstadt Baden-Württembergs geliebäugelt. Die GSK-Anwälte waren daher nicht die einzigen im Stuttgarter Markt, bei denen die Kanzlei angeklopft hatte. Für Managing-Partner Dr. Andreas Urban ist die Neueröffnung ein wichtiger Schritt beim Ausbau der flächendeckenden Präsenz. „Wir können jetzt unsere zahlreichen baden-württembergischen Mandanten auch vor Ort intensiv betreuen.“ Heuking will neben ihrem Schwerpunkt im Gesellschaftsrecht auch die Immobilien- und Steuerpraxen ausbauen – insofern sei der Zugang des Stuttgarter GSK-Büros eine gute Ergänzung. (Marc Chmielewski)

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