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20.03.2019

Produktivität deutlich im Plus: Latham kratzt beim UBT an der 900.000-Euro-Marke

Latham & Watkins steigert in Deutschland Umsatz und Produktivität im zweistelligen Prozentbereich. Den Umsatz pro Berufsträger (UBT) als Kennziffer für die Produktivität trieb sie innerhalb eines Jahres um fast 100.000 auf 899.000 Euro. Damit könnte die Kanzlei nach einer mehrjährigen Aufholjagd sogar an der Rivalin Freshfields Bruckhaus Deringer vorbeigezogen sein, deren Zahlen für 2018 noch nicht vorliegen. Neben personellen Verstärkungen waren vor allem die Arbeit für Siemens und mehrere große Private-Equity-Deals Umsatztreiber.

Harald Selzner

Harald Selzner

Die deutsche Praxis erreichte umgerechnet 143 Millionen Euro Umsatz, das sind 13,3 Prozent mehr als im Jahr 2017. Vor allem das Transaktionsgeschäft für Private-Equity-Investoren wie HgCapital, Carlyle, Chequers und Hellman & Friedman trug zum Umsatzplus bei, aber auch die Arbeit für Corporate-Mandanten wie Daimler, Deutsche Bank und allen voran Siemens verbesserten das Ergebnis. Latham beriet den Konzern bei der geplanten Fusion der Zugsparte mit Alstom und beim Börsengang der Gesundheitssparte Healthineers.

Unterm Strich erhöhte sich die Zahl der Berufsträger in Deutschland nur leicht von 157 auf 159. Dennoch dürften insbesondere auch personelle Verstärkungen zum Umsatz- und Produktivitätswachstum beigetragen haben. Gleich drei hochkarätige Quereinsteiger wechselten im vergangenen Jahr zu Latham: der Corporate-Anwalt Dr. Tobias Larisch von Freshfields Bruckhaus Deringer, der Compliance-Experte Prof. Dr. Thomas Grützner von Baker & McKenzie und der Datenschutz-Spezialist Tim Wybitul von Hogan Lovells.

Mit einem UBT von fast 900.000, einem Plus von 12 Prozent, liegt das Ziel von 950.000 Euro im Jahr 2020 in Sichtweite. Dieses Ziel hatte Oliver Felsenstein als Managing-Partner ausgegeben, der inzwischen in das internationale Führungsgremium von Latham berufen worden ist. Managing-Partner der deutschen Praxis ist seit Oktober der Corporate-Anwalt Dr. Harald Selzner aus dem Düsseldorfer Büro.

International ist der Latham-UBT deutlich höher als in Deutschland

Der Club der UBT-900.000-plus-Kanzleien, an dessen Schwelle Latham nun steht, hat in Deutschland nach den aktuell verfügbaren Zahlen überhaupt nur ein halbes Dutzend Mitglieder: die US-Kanzleien Weil Gotshal & Manges, Sullivan & Cromwell, Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan, Kirkland & Ellis, Willkie Farr & Gallagher – und Hengeler Mueller.

Gemessen am internationelen UBT bei Latham liegt die deutsche Praxis übrigens noch ein ganzes Stück unter dem Durchschnitt, vor allem wegen der höheren Stundensätze in den USA und in London. Global betrug der UBT bei Latham im vergangenen Jahr 1,33 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 1,17 Millionen Euro – und damit 6 Prozent mehr als im Jahr 2017.

Auch international konnte Latham ihren Umsatz steigern: 3,4 Milliarden US-Dollar und damit plus 10,5 Prozent setzte die Kanzlei weltweit um. Damit ist Latham nominell derzeit die umsatzstärkste Kanzlei der Welt – jedenfalls bis Kirkland & Ellis in diesen Tagen ihre Zahlen vorlegt. Beide Kanzleien hatten sich im vergangenen Jahr ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nummer 1 beim weltweiten Umsatz geliefert. (Marc Chmielewski)

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