Artikel drucken
12.04.2013

Expansion: Redeker startet in München

Redeker Sellner Dahs will künftig auch im süddeutschen Markt Flagge zeigen und eröffnet dafür in München ihr insgesamt sechstes Büro. Dort gehört neben Corporate-Praxisleiter Dr. Jürgen Lüders auch ein Quereinsteiger zum Startteam.

Jürgen Lüders

Jürgen Lüders

Zum Mai steigt Hans-Peter Hoh (48) als Salary-Partner bei Redeker ein. Bis Ende 2012 war er Geschäftsführer der Malteser Deutschland gGmbH. In dieser Funktion und als Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands des Malteser Hilfsdienstes verantwortete er in den vergangenen drei Jahren unter anderem die Umstrukturierung der gesellschaftsrechtlichen Struktur des Verbunds.

Hoh gilt im Münchner Markt als exzellent vernetzt. Vor seiner Tätigkeit bei den Maltesern war er Finanzvorstand der Schörghuber-Gruppe. Als enger Begleiter des Firmengründers hatte er nach dessen Tod den Münchner Mischkonzern, zu dem auch die Brauerei Paulaner gehört, zeitweise geleitet und ebenfalls die Neuordnung betreut (mehr…).

Das neue Büro wird Hoh gemeinsam mit Lüders aufbauen. Beide arbeiten derzeit bereits im Bonner Stammbüro der Kanzlei zusammen. Der Startzeitpunkt in München steht noch nicht fest. Redeker sucht noch passende Räumlichkeiten.

Der fachliche Schwerpunkt wird in München zunächst in der Corporate-Beratung liegen. Lüders hatte im vergangenen Jahr beispielsweise den bayrischen Sparkassenverband beim Erwerb der Landesbausparkasse von der BayernLB betreut und baute dabei bereits entscheidende Kontakte vor Ort aus.

Redeker will auch in ihrer Domäne Öffentliches Recht angreifen

Hans-Peter Hoh

Hans-Peter Hoh

Bei dem gesellschaftsrechtlichen Schwerpunkt des Büros soll es jedoch nicht bleiben. Möglicherweise werden einige Associates mit in das neue Büro wechseln, um den Standort mit aufzubauen. Redeker hält zudem weiter Ausschau nach Quereinsteigern.

Mehrere Partner betonten, dass die Expansion in den süddeutschen Markt auch auf den Ausbau der öffentlich-rechtlich geprägten Praxisbereiche ziele. Öffentliches Recht sowie Regulierungsrecht zählen zu den Aushängeschildern der Kanzlei. Vor Ort in Betracht kommt zum Beispiel ein Aufbau in den Sektoren Energie und Gesundheitswesen.

Im Öffentlichen Recht gilt der Münchner Markt als sehr verschlossen. Kanzleien von außen werden kaum Chancen eingeräumt, dort als Berater Fuß zu fassen. Doch der Druck auf alteingesessene Teams steigt. In den vergangenen zwei Jahren kamen bereits die sehr anerkannten Kanzleien Köhler & Klett (mehr…) und Oppenländer (mehr…) neu dazu. Als öffentlich-rechtliches Schwergewicht könnte Redeker den Bann endgültig brechen.

Die Kanzlei geht bei strategischen Entscheidungen generell sehr bedacht vor. Umso mutiger erscheint der Schritt nach München und Aufnahme eines Quereinsteigers. Bereits einmal war eine Expansion in Hamburg gescheitert. Die Präsenz an der Alster endete im Jahr 2000, als sich das dortige Presserechts-Team als Damm & Mann abspaltete (mehr…). Bisher ist Redeker in Bonn, Berlin, Leipzig und Brüssel präsent. Zudem gibt es seit 1991 ein Büro in London, dem aktuell ein Partner und eine Associate aus Berlin zugeordnet sind. (Antje Neumann, Parissa Kerkhoff)

  • Teilen