Presseberichten zufolge ist Pfaff weitgehend geständig. Er habe den oberfränkischen Familienbetrieb, der mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt, retten wollen und das Geld in die Firma gesteckt.
Die Nici-Insolvenz ist die zweite große Firmenpleite innerhalb weniger Monate, bei der dem Firmenchef massiver Betrug vorgeworfen wird. Kurz nach der Insolvenz der Heros-Gruppe in Hannover wurden der Firmengründer Karl-Heinz Weis und weitere leitende Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Untreue und Unterschlagung in Untersuchungshaft genommen.
Insolvenzverwalter Nici
JAFFÉ (München): Dr. Michael Jaffé
Vertreter Ottmar Pfaff
HERRMANN & WIEDENMANN (München): Dr. Kai-Udo Wiedenmann (Strafrecht, Zivilrecht)
DINGFELDER EYSELL V. MARIASSY V. STETTEN (München): Wolfgang Dingfelder (Strafrecht)
Herrmann & Wiedenmann ist nicht nur im laufenden Ermittlungsverfahren, sondern auch in zivilrechtlichen Angelegenheiten für Pfaff tätig. Es sei damit zu rechnen, dass die beteiligten Banken erhebliche Schadensersatzforderungen an seinen Mandanten stellen werden, sagte Wiedenmann. Auch aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm könnten Forderungen entstehen. Allerdings müsse man zum jetzigen Zeitpunkt abwarten, wie sich das Unternehmen entwickle: „Wenn der Insolvenzverwalter eine positive Fortführungsprognose abgibt, erwarten wir weniger Probleme.“
Dingfelder, einer der etablierten Münchner Verteidiger, hat unter anderem den Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz nach Schmiergeldvorwürfen vertreten.