Juve Plus Goleo-Hersteller insolvent

Wiedenmann und Dingfelder verteidigen inhaftierten Firmengründer

Der Spielzeughersteller Nici, der unter anderem das WM-Maskottchen Goleo in Lizenz herstellt, hat am 16. Mai beim Amtsgericht Coburg Insolvenz angemeldet. Bereits zwei Tage später durchsuchte die Staatsanwaltschaft Hof die Geschäftsräume. Seit dem 20. Mai sitzt der Firmengründer Ottmar Pfaff in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Hof wirft ihm Betrug in besonders schwerem Fall vor. Er soll Forderungen aus Scheingeschäften verkauft haben. So soll er im Verlauf der vergangenen sechs Jahre insgesamt gut 40 Millionen Euro kassiert haben.

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Presseberichten zufolge ist Pfaff weitgehend geständig. Er habe den oberfränkischen Familienbetrieb, der mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt, retten wollen und das Geld in die Firma gesteckt.

Die Nici-Insolvenz ist die zweite große Firmenpleite innerhalb weniger Monate, bei der dem Firmenchef massiver Betrug vorgeworfen wird. Kurz nach der Insolvenz der Heros-Gruppe in Hannover wurden der Firmengründer Karl-Heinz Weis und weitere leitende Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Untreue und Unterschlagung in Untersuchungshaft genommen.

Insolvenzverwalter Nici

JAFFÉ (München): Dr. Michael Jaffé

Vertreter Ottmar Pfaff

HERRMANN & WIEDENMANN (München): Dr. Kai-Udo Wiedenmann (Strafrecht, Zivilrecht)

DINGFELDER EYSELL V. MARIASSY V. STETTEN (München): Wolfgang Dingfelder (Strafrecht)

Herrmann & Wiedenmann ist nicht nur im laufenden Ermittlungsverfahren, sondern auch in zivilrechtlichen Angelegenheiten für Pfaff tätig. Es sei damit zu rechnen, dass die beteiligten Banken erhebliche Schadensersatzforderungen an seinen Mandanten stellen werden, sagte Wiedenmann. Auch aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm könnten Forderungen entstehen. Allerdings müsse man zum jetzigen Zeitpunkt abwarten, wie sich das Unternehmen entwickle: „Wenn der Insolvenzverwalter eine positive Fortführungsprognose abgibt, erwarten wir weniger Probleme.“

Dingfelder, einer der etablierten Münchner Verteidiger, hat unter anderem den Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz nach Schmiergeldvorwürfen vertreten.

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