Es geht um Vorgänge, die bis in das Jahr 2005 zurückreichen. Damals suchte die Telekom ein Informationsleck in den eigenen Reihen. Die Sicherheitsabteilung, damals geleitet von Trzeschan, veranlasste die Ausforschung etlicher Aufsichtsräte, Gewerkschaftsvertreter und Journalisten. Die Staatsanwaltschaft Bonn wirft ihm sowie zwei weiteren Mitarbeitern des Telekom-Konzerns und dem früheren Chef der Berliner IT-Firma Network daher die Verletzung des Fernmeldegeheimnisses und Verstöße gegen das Datenschutzgesetz vor.
Trzeschan sagte aus, er habe Ricke bereits 2005 über die Vorgänge informiert. Dieser hatte ebenso wie der frühere Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel stets bestritten, etwas mit der Aktion zu tun zu haben. Die Ermittlungsverfahren gegen beide waren bereits vor einiger Zeit eingestellt worden.
Einige der von den Bespitzelungen Betroffenen hatten versucht, als Nebenkläger zu dem Verfahren zugelassen zu werden, waren allerdings mit ihrem Antrag gescheitert.
Vertreter Klaus Trzeschan
Dr. Odenthal & Repschläger (Köln): Dr. Hans-Jörg Odenthal
Vertreter Telekom-Mitarbeiter 1
Eimer Heuschmid Mehle (Bonn): Dr. Stefan Hiebl
Vertreter Telekom-Mitarbeiter 2
Michael Lang (Köln)
Vertreter Ex-Chef der Berliner Firma Network
Peter Zuriel (Berlin)
Staatanwaltschaft Bonn
Fred Apostel, Ulrich Kleuser
Landgericht Bonn, 3. Strafkammer
Klaus Reinhoff (Vorsitzender Richter)
Hintergrund: Alle Vertreter sind aus dem Markt bekannt. Die Verteidiger Odenthal und Hiebl sind in Strafverteidigerkreisen vor allem im Rheinland ein Begriff. Hingegen griffen die anderen beiden Beschuldigten auf Verteidiger zurück, die über weniger Marktpräsenz verfügen.
Die Betroffenen lassen sich Marktinformationen zufolge von unterschiedlichen Anwälten vertreten. Dr. Gerhard Baum (Baum Reiter & Collegen, Düsseldorf) und Prof. Dr. Hertha Däubler-Gmelin (Schwegler, Berlin) sind für mehrere Betroffene tätig. Das Duo war auch bereits in die Aufarbeitung der Datenaffäre der Deutschen Bahn involviert. Holger Rothbauer (Bausch & Kollegen, Tübingen) wiederum berät den Telekom-Aufsichtsrat Lothar Schröder. Der Journalist Reinhard Kowalewsky lässt sich von Winfried Seibert (Schulte-Franzheim Seibert Bürglen, Köln) beraten. Die beiden Journalisten Jürgen Berke und Thomas Kuhn greifen auf Dr. André Szesny und Dr. Verena Hoene, beide Partner bei Heuking Kühn Lüer Wojtek, zurück.
Auch außerhalb der jetzt begonnenen Hauptverhandlung könnte auf einige Strafrechtler neue Arbeit zukommen: So wird Ricke seit Beginn der Affäre von Prof. Dr. Rainer Hamm (Hamm Partner, Frankfurt) vertreten. Zumwinkel, derzeit noch nicht wieder im Visier der Ermittlungsbehörde, seit seiner privaten Steueraffäre von Hanns Feigen (Feigen Graf, Frankfurt). Beide Anwälte gehören zu den führenden Verteidigern hierzulande.