Conwert

Aktionärsaktivist will Insolvenzanwalt Schoeller als Verwaltungsrat verhindern

Der Hauptversammlung des börsennotierten Immobilienkonzerns Conwert geht ein Streit um die Besetzung des Verwaltungsrats voraus. Der umstrittene Investor und Aktionärsaktivist Alexander Proschofsky hat angekündigt, mit dem Berliner Immobilienmanager Peter Hohlbein in den Verwaltungsrat einziehen zu wollen. Er schießt damit auch gegen die Kandidatur des renommierten Wiener Insolvenzanwalts Dr. Alexander Schoeller aus der Kanzlei Jaksch Schoeller Riel.

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Peter Huber
Peter Huber

Proschofsky kritisiert die Wertentwicklung der Conwert-Aktie und spricht dem aktuellen Management Erfahrung im Führen eines Unternehmens ab. Mit der anstehenden Wahl des Verwaltungsrats bestehe nun die Chance, „die Unabhängigkeit des Gremiums wiederherzustellen“.

Insbesondere der Einfluss des mit 24 Prozent beteiligten Großaktionärs Hans Haselsteiner ist ihm ein Dorn im Auge. Die von Conwert vorgeschlagenen Kandidaten Martina Postl, ehemalige Chefin der Beteiligungsgesellschaft Top.equity, und Alexander Schoeller seien Vertraute des langjährigen Strabag-Chefs Haselsteiner. Dieser habe schon mit dem jetzigen Vorstandsvorsitzenden von Conwert, Clemens Schneider, eine Schlüsselstelle besetzt. Der seit Februar amtierende Firmenchef war zuvor Vorstand in der Holding des von Haselsteiner dominierten ÖBB-Konkurrenten Westbahn.

Dem Widerstand gegen Schoeller hat sich auch der Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger vom Interessenverband für Anleger (IVA) angeschlossen. Der 55-jährige Schoeller sei für ihn „ein Mann der Vergangenheit“, berichtet das ‚Wirtschaftsblatt‘. Schoeller gehört seit Jahren zu den führenden Insolvenzverwaltern Österreichs und agiert hinter seinem Kanzleikollegen von Jaksch Schoeller Riel, Dr. Stephan Riel, derzeit als Besonderer Verwalter des insolventen Bauunternehmens Alpine Bau.

Die Hauptversammlung am 7. Mai wird juristisch von einem Team um Dr. Peter Huber begleitet. Der Managing-Partner von CMS Reich-Rohrwig Hainz betreut Conwert gesellschaftsrechtlich seit vielen Jahren. Daneben berät Huber auch Haselsteiner und dessen Beteiligungsfirmen immer wieder.

Proschofsky und dessen Investmentfirma Cube Invest lassen sich seit vielen Jahren von dem Wiener Anwalt Dr. Martin Löffler von LöfflerJelincic vertreten. Dieser stand Proschofsky unter anderem schon beim Kampf gegen den von UniCredit betriebenen Squeeze-out der Bank Austria Creditanstalt 2007 und beim Ringen um die Meinl-Gesellschaften Meinl European Land, Meinl Airports und Meinl International Power 2008 zur Seite. (Jörn Poppelbaum)

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