Mit Schwung

Wiener Umwelt- und Vergaberechtler stellen sich neu auf

Der Ausbau der erneuerbaren Energien sorgt auf dem Beratermarkt für Schwung: Die hoch angesehenen öffentlich-rechtlichen Spezialkanzleien Niederhuber & Partner und Heid & Partner bündeln ihre Kräfte im Umwelt- und Vergaberecht in einer Kooperation. Gleichzeitig startet der Umweltrechtler Dr. Berthold Lindner nach gut zweieinhalb Jahren bei Heid eine neue Kanzlei.

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Martin Niederhuber
Martin Niederhuber

Die Zusammenarbeit der Kanzleien NHP und Heid zielt unter anderem auf große Infrastrukturprojekte der öffentlichen Hand ab, etwa den Ausbau der erneuerbaren Energien verbunden mit nachhaltigen Kriterien in der Beschaffung. Hier gehören beide Einheiten schon seit Jahren zu den zentralen Beratern wichtiger Unternehmen: Die Umweltrechtler von NHP beraten etwa den Verbund zu Windkraft- und Photovoltaikanlagen, Heid & Partner ist im Vergaberecht für die Tiwag beim Pumpspeicherkraftwerk Kühtai 2 tätig. Einen klaren Vorteil sehen die Namenspartner Martin Niederhuber und Dr. Stephan Heid darin, Mandanten von Beginn eines Projekts an über die Rechtsgebiete hinweg zu beraten. Ende September veranstalten die Kanzleien ein erstes gemeinsames Seminar zu dem Themenkomplex.

Beide Einheiten bleiben gesellschaftsrechtlich eigenständig. Geografisch ergänzen sie sich derweil: Niederhuber hat seit 2013 einen Standort in Salzburg, den der Partner Dr. Paul Reichel leitet. Heid & Partner hat seit Anfang 2019 eine Niederlassung in Innsbruck, zudem besteht seit Langem eine Sprechstelle in Oberndorf in Tirol.

Stephan Heid
Stephan Heid

Die zwei Kanzleien sammelten in den vergangenen Jahren bereits Erfahrung in den jeweils anderen Rechtsgebieten: Bei NHP war von 2017 bis 2019 Prof. Dr. Claudia Fuchs als Anwältin im Vergaberecht an Bord, sie ist seit September 2020 Professorin für Öffentliches Recht an der Universität in Linz. Zu Heid & Partner stieß im Herbst 2018 der Umweltrechtler Berthold Lindner, als sich die frühere Vergaberechtsboutique Heid Schiefer auflöste.

NHP baut in der ersten Maihälfte zudem ihren Standort in Salzburg aus. Nach ihrer Eintragung wird Lisa Vockenhuber (30) dort neben Dr. Paul Reichel als Anwältin tätig sein. Die Jus- und Biologieabsolventin ist bereits seit 2015 bei der Kanzlei. Sie arbeitete als Anwärterin am Standort Wien und spezialisierte sich auf die Bereiche Infrastruktur, Industrie, Verkehr und Kreislaufwirtschaft.

Anderen Ansatz gewählt

Fast zeitgleich mit dem Start der Kooperation verlässt Lindner nun Heid & Partner. Ende April gründete er zusammen mit dem Zivilrechtler Alexander Stimmler (37) am Schottentor in Wien eine neue Kanzlei für Umwelt- und Nachhaltigkeitsrecht: Lindner Stimmler. Die Einheit verfolgt allerdings eine andere Strategie als NHP und Heid. Sie setzt darauf, das umweltrechtliche Know-how Lindners mit der Beratung zu vertrags- und zivilrechtlichen Themen zu verbinden, insbesondere bei Projekten im Sektor erneuerbare Energien. Zu Lindners Mandanten gehören unter anderem der Energieversorger EVN, der Faserhersteller Lenzing und der deutsche Industriedienstleister Wisag.

Berthold Lindner
Berthold Lindner

Vor seiner Zeit bei Heid & Partner war Lindner von 2009 bis 2018 Partner in der renommierten Umweltrechtspraxis von Haslinger Nagele. Dorthin war er 2008 als Anwärter nach drei Jahren bei Onz Onz Kraemmer Hüttler gewechselt. Daneben ist Lindner Miteigentümer des kleinen Salzburger Skigebiets Gaißau-Hintersee, das er vor einem Jahr gemeinsam mit dem Abbruchunternehmer Bernhard Eibl aus der Insolvenz heraus erwarb.

Der Zivilrechtler Stimmler war zuletzt als Rechtsanwalt ein Kooperationspartner der Wiener Kanzlei Graff Nestl & Partner. Mit Lindner wechselt auch die Konzipientin Julia Kandler von Heid zu der neuen Kanzlei.

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