Spin-off

PHH-Gründungspartner verlässt die Kanzlei

Der bekannte Litigator Dr. Stefan Prochaska (53) gründet eine eigene Einheit. Mit ihm kommen zwei Counsel und ein bis zwei Rechtsanwaltsanwärter. Die neue Boutique, in der er der einzige Partner sein wird, soll spätestens Ende Juni in Wien eröffnen.

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Stefan Prochaska

In der eigenen Einheit will Prochaska seinen Fokus auf komplexe Spezialfälle mit hohem Reputationsrisiko noch weiter ausbauen. Ein weiterer Rechtsanwalt und ein weiterer Konzipient werden voraussichtlich über das Team von PHH hinaus noch zum Startteam hinzustoßen. Insgesamt soll die neue Kanzlei rund zehn Mitarbeiter zählen.

Prochaska hatte PHH im Jahr 2001 gegründet, damals noch unter dem Namen Prochaska & Partner Rechtsanwälte. Er ist bekannt für seine Arbeit als Vertreter in medienwirksamen Streitigkeiten. Seit mehreren Jahren steht er beispielsweise der Österreichischen Post in ihren datenschutzrechtlichen Streitigkeiten zur Seite.

Neben Unternehmen zählen auch öffentliche Personen und Kanzleien zu seinen Mandanten. In einer wendigen, unabhängigen Einheit kann er seine Mandate eigenen Angaben zufolge besser servicieren. Allerdings sprechen sowohl Prochaska als auch die amtierenden Managing Partner von PHH von einer weiteren Zusammenarbeit.

Personaldecke bei PHH im Disputes-Bereich dünn

Bei PHH verbleibt in der Disputes-Praxis um den Partner Sebastian Mahr ein Team aus drei Anwälten und einem Rechtsanwaltsanwärter, der allerdings eventuell ebenfalls mit Prochaska wechselt. Das Team werde auch weiterhin Mandate im Bereich Wirtschaftsstrafrecht und Zivilrecht sowie Prozessführung betreuen. Mahr leitete die Praxis bereits vor dem Weggang Prochaskas und soll auch eine Arbitration-Praxis aufbauen. 

Das Konfliktlösungsteam war bereits in den Vorjahren kontinuierlich geschrumpft, nachdem Dr. Maria Hoffelner in den Ruhestand ging, Dr. Mathias Preuschl plötzlich verstarb und Dörk Pätzold sich dem Spin-off um den ehemaligen Namenspartner Hannes Havranek anschloss. Ein Wiederaufbau der Disputes-Praxis auf Partnerebene ist laut PHH jedoch nicht geplant, eine personelle Verbreiterung allerdings schon. 

 

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