Juve Plus Im Strudel der Insolvenz

Signa: IT-Tochter mit Freimüller Tschiderer in Sanierungsverfahren

Autor/en
  • Raphael Arnold

Die IT-Tochter der Signa-Gruppe ist in den Strudel der Pleite der Holdinggesellschaft geraten: Das Handelsgericht Wien eröffnete ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über die Signa Informationstechnologie. Zum Masseverwalter bestellte das Gericht den angesehenen Insolvenzspezialisten Dr. Georg Freimüller.

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Bei der Signa Informationstechnologie handelte es sich um den IT-Dienstleister der Signa-Gruppe. Er stellte Hard- und Software bereit und erbrachte die damit verbundenen Services. Allerdings blieben bei dem Unternehmen zuletzt intern abzurechnende Forderungen offen, auch eine zugesagte Zwischenfinanzierung durch die Signa Holding kam nicht zustande.

Georg Freimüller

Der Betrieb des Unternehmens soll weiterlaufen, weil dies für die gesamte Signa-Gruppe wichtig ist. Deshalb sieht der Sanierungsplan die gesetzlich Mindestquote von 20 Prozent der anerkannten Verbindlichkeiten vor, die innerhalb von zwei Jahren an die Gläubiger zu zahlen ist.

Der Gläubigerschutzverband KSV1870 bezifferte die Verbindlichkeiten des Unternehmens auf 24,1 Millionen Euro, die Zahl der Gläubiger auf 154. Zuletzt beschäftigte der 2012 gegründete IT-Betrieb 54 Mitarbeitende.

Bis Februar 2023 war die Gesellschaft eine 100-prozentige Tochter der ebenfalls insolventen Signa Holding. Seither war eine ‚Signa Bravo‘ als alleinige Gesellschafterin eingetragen, bei der die Signa Holding Kommanditistin ist.

Masseverwalter Signa Informationstechnologie
Freimüller Tschiderer (Wien): Dr. Georg Freimüller (Masseverwalter), Michaela Tschiderer (Masseverwalterstellvertreterin)

Clemens Jaufer

Schuldnervertreter Signa Holding und Signa Informationstechnologie
Jaufer (Graz/Wien): Dr. Clemens Jaufer (Federführung), Alexander Painsi, Dr. Mario Leistentritt (alle Restrukturierung/Insolvenzrecht), Dr. Franziska Jaufer (Restrukturierung/Arbeitsrecht); Associates: Nina Lurf, Dr. Lisa Neubauer (beide Restrukturierung/Insolvenzrecht; beide Rechtsanwaltsanwärterinnen)

Hintergrund: Die erfahrenen Insolvenzverwalter Freimüller und Tschiderer spalteten sich im Sommer 2022 von ihrer früheren Einheit ab. Diese firmiert heute unter Haider Obereder Pilz.

Freimüller und Tschiderer sind immer wieder in bedeutenden Konkurs- und Sanierungsverfahren bestellt, zuletzt etwa bei der Liquidation der Anglo Austrian AAB Bank. Ende 2019 hatte die Europäische Zentralbank der vormaligen Meinl-Bank die Lizenz entzogen. Das führte letztlich zur Abwicklung des Instituts. Tschiderer ist aktuell unter anderem als Masseverwalterin eines Teilbetriebs des Sozialunternehmens Habibi & Hawara tätig, dem Restaurant in der Landstraße in Wien.

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