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ANWALTS-STUNDENSäTZE 2019

Zum zweiten Mal in Folge blieben die durchschnittlichen Anwaltsstundensätze konstant. Bemerkenswert ist jedoch, dass erstmals der duchschnittliche Partnersatz im Gesellschaftsrecht höher liegt als der im M&A – klares Zeichen für die zunehmende Komplexität des Gesellschaftsrechts und die Standardisierung bei kleineren Deals. Der Anstieg der Associatesätze im IP und Außenhandel ist ebenfalls zunehmender Komplexität etwa der Patentstreitigkeiten und gestiegenen Risiken bei der Exportkontolle geschuldet. Im Gesamtdurchschnitt verlangten hochspezialisierte Partner wie im Vorjahr einen Studensatz von 340 Euro, für Associates wurden 271 Euro fällig. Hinter dem stabilen Partnersatz verbirgt sich ein Plus von 0,3 Prozent, die Associatesätze stiegen um 2,7 Prozent. Bei den mittelständisch orientierten Sozietäten stiegen die Partnersätze stärker als die Associatehonorare (mehr…)

Anwaltsstundensätze 2019 Die Top-Abrechner

Nachdem die durchschnittlichen Stundensätze für Partner wie für Associates 2018 minimal sanken, steigen die Anwaltshonorare auch 2019 kaum. Partner verlangten – kaum messbar – ein Prozent mehr, für Associates waren zwei Prozent mehr fällig. Fachgebiete, die zur Risikoberatung zählen, bleiben mit einigem Abstand am kostspieligsten für die Mandanten. Je essenzieller der Rat, desto teurer. Das erklärt auch deutlich gestiegene Sätze im Patent- und Außenhandelsrecht. Bei letzterem spielen Embargorisiken eine große Rolle, im Patentrecht sind es die großen, für die Unternehmen überlebenswichtigen globalen Patentschlachten. Nach einem Zwischenhoch hat sich die Beratung bei Private-Equity-Transaktionen wieder aus den Top 5 verabschiedet, während das Bank- und Finanzrecht mit einem durchschnittlichen Plus von 5 Prozent bei den Partnersätzen dort einzog.

Transaktionsnahe Beratung (Banking/Finance, Kartellrecht, M&A, Private Equity, Immobilienrecht)

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Vor allem die Kompetenz im Bereich Fonds und bei Börsengängen lassen sich die Berater im Bank- und Finanzrecht gut bezahlen. Kartellrecht bleibt hochpreisig, wurde jedoch für die ratsuchenden Mandanten nicht teurer. Gleiches gilt für das Immobilienwirtschaftsrecht. Auch bei der M&A-Beratung blieben die Preise – trotz des florierenden Marktes – stabil. Das gilt jedenfalls für Transaktionen unterhalb des Spitzensegments. Die Dealberatung ist derzeit das Fachgebiet, wo besonders deutlich zu beobachten ist, wie einstiges Spezialwissen weniger sich im Laufe der Jahre zu einem Standardgeschäft entwickelt, das die Unternehmen nahezu beliebig einkaufen können. In den vergangenen Jahren sanken die durchschnittlichen Stundensätze für Partner deutlich. Ausnahmen – wie in jedem Beratungsfeld – sind internationale Top-Deals mit großer strategischer Bedeutung oder hohem Risiko für die jeweiligen Unternehmen.

Krisennahe Beratung (Compliance, Konfliktlösung, Restrukturierung, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht)

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Risiken sind auch der entscheidende Faktor dafür, dass seit Jahren in der krisennahen Beratung die höchsten Stundensätze aufgerufen werden. Erstmals übersprang dieses Jahr der durchschnittliche Associate-Satz im Strafrecht die 300-Euro-Marke. Es ist ein Indiz dafür, dass sich auch die Arbeit auf diesem Gebiet inzwischen für die Kanzleien besser leveragen lässt – eine Entwicklung, die lange undenkbar war. Weiterhin verpflichten viele Unternehmen zudem Berater nicht präventiv und tun sich im Fall der Fälle schwer, über die Honorare zu verhandeln. Demgegenüber hat die Compliance-Beratung etwas von ihrem einstigen Nimbus eingebüßt. Nachdem die Sätze im Vorjahr bereits sanken, halten sie nun ihr Niveau. Das spricht dafür, dass das Beratungsfeld – jenseits hoch komplexer Mandate – auf dem besten Wege in die Normalität ist.

Regelmäßige Beratung (Arbeitsrecht, Datenschutz, Gesellschaftsrecht, Gewerblicher Rechtsschutz, Nachfolge/Vermögen, Baurecht, Vertrieb/Außenhandel)

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Im Gewerblichen Rechtsschutz mausert sich das Patentrecht für die Kanzleien zur Goldgrube und für die Unternehmen zur Kostenfalle. Internationale Prozesskampagnen gegen die Patentinhaber treffen diese dort, wo es um ihre Existenz geht – und das lassen sich die Rechtsberater inzwischen sehr gut bezahlen. Ähnliches gilt im Außenhandel, wo die Stundensätze ebenfalls steigen. Hier treiben vor allem Exportkontrollfälle die Preise nach oben. Die datenschutzrechtliche Beratung wurde ebenfalls kostspieliger für die Unternehmen. Vermutlich ist hier das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, zeichnet sich doch ab, dass die Bußgeldwelle erst zu rollen beginnt. Die vielleicht bemerkenswerteste Entwicklung gab es jedoch im Gesellschaftsrecht. Erstmals lagen die durchschnittlichen Partnersätze über denen bei M&A. Das ist ein klares Indiz für die zunehmende Komplexität vor allem grenzüberschreitender gesellschaftsrechtlicher Beratung sowie die wachsende Bedeutung von Governance-Fragen und gesellschaftsrechtlicher Prozessführung.

Branchenbezogene Beratung (Energierecht, Informationstechnologie, Medien, Gesundheitswesen, Versicherungsrecht)

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Erneut entwickeln sich die Stundensätze in der branchenorientierten Beratung uneinheitlich. Im Energierecht zogen die Preise weiter an, wenn auch moderat. Gleiches gilt für das Engagement der Anwälte im Gesundheitssektor. In den anderen Branchen spielt die Regulierung hingegen eine weniger wichtige Rolle oder aber unterliegt weniger starken Veränderungen. Gänzlich neue oder existenzielle Rechtsfragen tauchen entsprechend weniger häufig auf.

Beratung im öffentlichen Raum (Öffentliches Recht, Regulierung/Verkehr, Vergaberecht)

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Alles in allem bleibt die Arbeit im öffentlichen Raum für die Kanzleien zwar die am wenigsten lukrative. Doch zeichnet sich immer deutlicher ab, wo die Mandanten bereit sind, mehr Geld auszugeben. Die öffentliche Hand pocht weiter meist auf moderate Stundensätze, aber bei Fragen der Regulierung ziehen die Honorare – primär für die Unternehmen – weiter deutlich an. Bemerkenswert ist daneben, dass das Vergaberecht günstig bleibt. Es spricht einiges dafür, dass die Beratung zu den vergangenen Gesetzesänderungen bei vielen Unternehmen intern geleistet wurde und es den Kanzleien so nicht gelang, daraus Kapital zu schlagen.

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