Hersteller von Leichtmetallfelgen

Borbet Solingen geht mit Seitz, SZA und Anchor ins Schutzschirmverfahren

Borbet Solingen hat beim Amtsgericht Wuppertal ein Schutzschirmverfahren beantragt. Wie das Unternehmen mitteilte, ist der Standort mit seinen 644 Beschäftigten unter anderem wegen hoher Personalkosten nicht wettbewerbsfähig. Andere Standorte der Borbet-Gruppe sind nicht betroffen.

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Silvio Höfer

In den vergangenen Jahren waren 40 Millionen Euro in den Standort investiert worden. Seit Anfang 2020 fielen Verluste von 30 Millionen Euro an. Das Amtsgericht setzte Silvio Höfer von Anchor als vorläufigen Sachwalter ein. Arbeitsrechtler Höfer kam 2010 als Partner von Wellensiek und eröffnete ein Anchor-Büro in Hildesheim. Der erfahrene Sachwalter leitete vergangenes Jahr beispielsweise den Schutzschirm bei der Friseurkette Klier.

Mit Beginn des Verfahrens trat zudem Marc-Philippe Hornung von SZA Schilling Zutt & Anschütz in die Geschäftsführung ein. Zum Team gehören auch der Partner Thomas Oberle und die Associate Katja Schmitt. Auch Hornung und Oberle haben eine Wellensiek-Vergangenheit. Sie wechselten 2014 zu SZA. Das Team von SZA ist erfahren in der Autobranche, beim Felgenhersteller BBS etwa war Oberle kürzlich Insolvenzverwalter.

Marc-Philippe Hornung

Marktbekannt ist, dass die Borbet-Gruppe vor einiger Zeit die Kölner Kanzlei Seitz unter der Federführung des Partners Dr. Marc Werner mandatierte. Die auf Insolvenzarbeitsrecht spezialisierte Counsel Dr. Hannah Krings sowie der Arbeitsrechts-Counsel Dr. Stephan Pötters arbeiten bei Borbet Solingen in dem Verfahren nun mit dem SZA-Team zusammen. Der an der Schnittstelle des Arbeits- und Insolvenzrechts insbesondere auf Arbeitnehmerseite erfahrene Lars Hinkel von HL Legal in Düsseldorf berät den Betriebsrat im Insolvenzverfahren. Sein Mandat wurde über die IG Metall vermittelt.

Borbet ist mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro einer der Weltmarktführer für Leichtmetallräder. Hauptsitz des inhabergeführten Familienunternehmens ist Hallenberg-Hesborn im Sauerland. Daneben ist Borbet an sechs weiteren Standorten in Europa, darunter Solingen, und mit einem in Südafrika vertreten, an denen insgesamt über 4.000 Angestellte tätig sind. Gemäß der zuletzt veröffentlichten Bilanz für 2019 verfügte sie über ein halbe Milliarde Euro Eigenkapital und machte 338 Millionen Euro Gewinn. Als ersten Schritt sagte die Gruppe der insolventen Borbet Solingen ein Darlehen zu.

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