Automobilzulieferer

Borscheid + Wenig geht mit Dr. Beck ins Insolvenzverfahren

Der bayerische Automobilzulieferer Borscheid + Wenig will sich mithilfe eines Insolvenzverfahrens sanieren. Die Geschäftsführung hat einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Augsburg gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Gericht Joachim Exner von der Nürnberger Kanzlei Dr. Beck und Partner bestellt. 

Teilen Sie unseren Beitrag
Borscheid + Wenig verwendet in der Kunststoffverarbeitung unterschiedliche Produktionsverfahren.

Borscheid + Wenig, die ihren Sitz in Diedorf westlich von Augsburg hat, beliefert zahlreiche große deutsche Automobilhersteller mit Kunststoffteilen. Infolge der Corona-Epidemie und der Halbleiterkrise hatte das Familienunternehmen bereits schwere Rückschläge hinnehmen müssen.

Als dann infolge des Ukraine-Krieges die Energie- und Rohstoffkosten dramatisch stiegen, sei man gezwungen gewesen, den Schritt in ein Insolvenzverfahren zu gehen, um sich neu aufzustellen, so die Geschäftsführung. Doch Borscheid + Wenig verfüge über moderne Technologie und wettbewerbsfähige Produkte, betonte Insolvenzverwalter Exner, insofern sehe er gute Chancen für den Erhalt des Unternehmens.

Borscheid + Wenig verbuchte 2021 einen Umsatz von rund 33 Millionen Euro und gehört mit über 300 Mitarbeitenden zu den großen Arbeitgebern in der Region Augsburg. Neben Diedorf unterhält Borscheid + Wenig eine weitere Produktionsstätte in Gersthofen nördlich von Augsburg.

Joachim Exner

Insolvenzverwaltung
Dr. Beck & Partner (Nürnberg): Joachim Exner (Federführung), Dr. Tobias Wittmann; Associate: Andreas Zimmermann (alle Insolvenzrecht)

Berater Borscheid + Wenig
Görg (München): Dr. Michael Nienerza, Dr. Dominik Pauw (beide Insolvenzrecht/Restrukturierung)

Rainer Riggert

Berater Lieferantenpool
Schultze & Braun (Achern): Dr. Rainer Riggert (Restrukturierung)

Hintergrund: Mit acht Insolvenzverwaltern und mehr als 170 Mitarbeitenden bekommt die bayerische Einheit Dr. Beck & Partner auch immer wieder komplexere Verwaltungsaufgaben auf den Tisch. Der hier bestellte Exner ist seit 1999 nahezu ausschließlich als Insolvenzverwalter, Sachwalter und Eigenverwalter (CIO/CRO) tätig. Er wird nicht nur von einer Vielzahl von süddeutschen Insolvenzgerichten bestellt, sondern ist in den vergangenen Jahren in zunehmendem Maß auch bundesweit tätig. Häufig kommen die von ihm begleiteten Produktionsunternehmen aus dem Maschinenbau und der Automobilzulieferbranche. Zu seinen prominenten Verfahren zählen unter anderem die Eisenmann-Gruppe und die BOA-Gruppe. 

Interessenausgleich gesucht

Michael Nienerza

Görg-Partner Nienerza, der hier dem Familienunternehmen zur Seite steht, berät seit 2003 zu Restrukturierungen und drohenden Insolvenzen. Man sieht ihn häufig als Krisenberater für Vorstände, Geschäftsführer und andere persönlich verantwortliche Entscheidungsträger. Ihm zur Seite steht Salary-Partner Pauw, dessen Branchenfokus bei Automotive, Immobilienwirtschaft sowie Finanzen und Versicherungen liegt. Das kurzfristig übernommene Mandat kam auf Empfehlung der Münchner LM Audit & Tax zustande, die Borscheid + Wenig in Steuersachen berät. Die Hinzuziehung weiterer Berufsträger von Görg im Verlauf des Verfahrens ist möglich.

Die Insolvenzrechtler von Schultze & Braun sind wie Görg bundesweit präsent. Partner Riggert ist auf die Konstituierung und Betreuung von Banken- und Lieferantenpools sowie auf die Abstimmung von Treuhandkonzepten spezialisiert. Ein solcher Pool soll auch hier die Sicherheitsrechte der Lieferanten bündeln, etwa zu den Eigentumsvorbehalten. Die Abgeltung der Rechte wird so auch für die Insolvenzverwaltung vereinfacht. 

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema

Markt und Management Sanierung vorerst ausgebremst

Eisenmann geht mit Dr. Beck und Gleiss in die Insolvenz

Österreich Deals Aus Insolvenz heraus

Brandl & Talos-Mandant RIH kauft deutsche BOA-Gruppe