Juve Plus Modehändler in Not

Gleich vier Kanzleien kümmern sich um die Insolvenz von Peter Hahn

Autor/en
  • Ludger Steckelbach

Der schwäbische Modehändler Peter Hahn und ein weiteres Unternehmen des Trismo-Konzerns wollen sich in Schutzschirmverfahren sanieren. Beraten werden sie von Schultze & Braun und White & Case, der Sachwalter kommt von Görg. Auf Bankenseite steht Latham & Watkins.

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Der Modehändler mit heute rund 1.000 Beschäftigten wurde 1964 gegründet und hatte zuletzt einen Jahresumsatz von etwa 350 Millionen Euro. Peter Hahn gehört zum Trismo-Konzern. Dieser ist zudem wesentlich beteiligt an Tristyle Mode und Madeleine Mode.

Letztere, ebenfalls im Modehandel aktiv, hatte bereits im August ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Hier setzte das Fürther Amtsgericht Dr. Stefan Debus von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen als Sachwalter ein. Peter Hahns Schwesterunternehmen mit 230 Beschäftigten lässt sich gleichfalls von einem Team von Schultze & Braun um Detlef Specovius, Michael Böhner und Christoph von Wilcken beraten.

Das Amtsgericht Stuttgart ist als Gruppengerichtsstand sowohl für Peter Hahn aus dem benachbarten Winterbach als auch für die ebenfalls insolvente Tristyle Mode aus München zuständig. Erforderlich geworden sei der Antrag unter anderem wegen der allgemeinen Marktlage im Versandhandel. Auf ausländische Beteiligungen des Konzerns erstreckt sich das Verfahren nicht. Auch die Läden sollen ohne Veränderung öffnen.

Der Konzern hatte zu Ende September 2022 rund 23 Millionen Euro Verlust und eine Eigenkapitalquote von 12 Prozent ausgewiesen. In den vergangenen Monaten wurde nach Angaben des Unternehmens bereits mit Investoren über die Neuaufstellung und Refinanzierung verhandelt.

Detlef Specovius

Berater Peter Hahn
Schultze & Braun (Achern): Detlef Specovius, Dr. Jürgen Erbe (Mannheim; beide Insolvenzrecht), Joachim Zobel, Stefanie Beck (beide Arbeitsrecht; beide Nürnberg)

Andreas Kleinschmidt

White & Case (Frankfurt): Dr. Andreas Kleinschmidt (Federführung), Béla Knof, Dr. Ellen Meyer-Sommer (beide Hamburg); Associate: Dr. Nicolai Fischer (alle Insolvenzrecht)

Vorläufige Sachwaltung
Görg (Stuttgart): Dr. Holger Leichtle (Sachwalter)

Berater Banken
Latham & Watkins (Hamburg): Dr. Jörn Kowalewski (Federführung; Insolvenzrecht), Dr. Christian Jahn (Bank- und Finanzrecht; München); Associates: Florian Doster, Dr. Jan-Philipp Prass (beide Insolvenzrecht)

Lieferantenpool
Achsnick Pape Opp (Köln): Dr. Jan Achsnick (Federführung)

Hintergrund: Der in der Modebranche bewährte Specovius kam kurz vor Antragstellung durch die Geschäftsführerin in das Mandat. Er stieg als weiterer Geschäftsführer bei Peter Hahn ein. Im März hat er den insolventen Pflegeheim- und Seniorenheimbetreiber Hansa beraten.

Kleinschmidt und Fischer wurden zu Sanierungsbevollmächtigten bestellt. Bei White & Case zählt der bestens etablierte Kleinschmidt zu der mittelalten Generation von Insolvenzrechtlern, die sowohl in der Verwaltung als auch der Beratung auf vielen Positionen erfahren sind.

Vom Antrag bis zur zweifachen Bestellung des erfahrenen Leichtle dauerte es einige Tage. Offenbar war er von Beteiligten vorgeschlagen worden. Vermutlich musste unter anderem aber zunächst auch über die Frage der Gerichtszuständigkeit entschieden werden. Leichtle war unter anderem etwa vergangenes Jahr bereits Sachwalter beim Autozulieferer S.M.A. Metalltechnik.

Latham hatte bereits die Banken beraten, als Equistone 2015 die Mehrheit an der Tristyle-Gruppe gekauft hat, damals mit dem mittlerweile im Ruhestand befindlichen Partner Dr. Andreas Diem und Ludwig Zesch, heute Partner bei McDermott Will & Emery.

 

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