Juve Plus Hohe Bußgelder für Glas-Kartell

Schott erzielt mit Gleiss Strafnachlass

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  • JUVE

Der Spezialglas-Hersteller Schott und zwei asiatische Wettbewerber müssen wegen illegaler Preisabsprachen 128 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Diese Strafe verhängte die EU-Kommission.

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Auf Schott entfallen davon rund 40 Millionen Euro. Nippon Electric Glass aus Japan muss ein Bußgeld von 43 Millionen Euro zahlen, die ebenfalls japanische Asahi Glass (AGC) sogar 45 Millionen Euro. Das koreanische Unternehmen Samsung Corning Precision (SCP) Materials blieb als Kronzeuge verschont.

Die vier Unternehmen hatten sich zwischen 1999 und 2004 über die Preise für CRT-Glas abgesprochen. Das Glas wird für herkömmliche Fernsehgeräte und Computermonitore verwendet. Die Kartellmitglieder sprachen die Preise dabei jeweils in kurzfristig angesetzten Treffen von zwei bis drei Mitgliedern ab. Zudem sollen vertrauliche und sensible Marktinformationen ausgetauscht worden sein, teilte die Kommission mit.

Die Geldbußen wurden um je zehn Prozent ermäßigt, weil die Unternehmen ihre Beteiligung an dem Kartell eingeräumt hatten und das Verfahren daher zügig abgeschlossen werden konnte. Bei der Höhe der Geldbuße gegen Schott wurde zudem berücksichtigt, dass das Unternehmen aktiv an dem Verfahren mitgewirkt hat. Zudem erstreckte sich die Kartellbeteiligung ebenso wie bei AGC nicht auf alle Tatbestandsmerkmale. Die Kommission hatte 2008 mit den Untersuchungen begonnen.

Vertreter Schott
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Wolfgang Bosch; Associate: Antonia Harbusch – aus dem Markt bekannt

Vertreter Nippon Electric Glass
Simmons & Simmons (London/Brüssel): Martin Smith, Charles Bankes; Associates: Gemma Scott, Sebastiaan ter Wee, Anish Shonpal, Kenichi Kinukawa

Vertreter Asahi Glass
Freshfields Bruckhaus Deringer – aus dem Mark bekannt

Vertreter Samsung
Slaughter & May – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Dies ist der vierte Vergleich, der in einem Kartellverfahren der EU-Kommission geschlossen wurde, seit diese Ende 2008 die sogenannten Settlement-Richtlinien verabschiedet hat. Der erste Fall betraf im vergangenen Jahr das DRAM-Kartell um Speicherchips (mehr…), es folgten die Vergleiche mit Herstellern von Waschpulver (mehr…) und Tierfutter (Hybrid-Vergleich).

Die Vertretung von Nippon durch Simmons ist keine Überraschung – die Kanzlei steht seit Jahren in einer regelmäßigen Mandatsbeziehung zu dem japanischen Unternehmen.

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