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Instagram-Star muss Beiträge als Werbung kennzeichnen

Instagram-Star Pamela Reif musste im Prozess um Influencer-Werbung eine Niederlage einstecken. Sie darf auf ihren Fotos keine sogenannten Tags zu Markenherstellern setzen, ohne dies als Werbung zu kennzeichnen, entschied das Landgericht Karlsruhe.

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Franz Burchert
Franz Burchert

Der Berliner Verband Sozialer Wettbewerb hatte in drei Fällen eine Unterlassungsverfügung gegen die 22-Jährige erwirkt. „Der kommerzielle Zweck muss kenntlich gemacht werden“, sagte der Richter. Besonders die überwiegend jungen Menschen, die zu Reifs mehr als vier Millionen Followern gehören, seien leicht zu beeinflussen und müssten geschützt werden. Reifs Anwalt kündigte an, in die nächste Instanz vor das Oberlandesgericht zu gehen.

Das Verfahren gegen Reif ist nur eines von vielen, die der Verband momentan gegen verschiedene, teils prominente Influencer führt. Der Umsatz, der über Influencer-Marketing generiert wird, steigt seit Jahren. Laut dem Beratungsunternehmen Goldmedia haben 30.000 deutschsprachige Influencer bereits im Jahr 2017 einen Umsatz von 560 Millionen Euro erzielt.

Vertreter Pamela Reif
Löffler Wenzel Sedelmeier (Stuttgart): Prof. Dr. Joachim Ritter von Strobl-Albeg, Christian Ritter von Strobl-Albeg

Vertreter Berater Verband Sozialer Wettbewerb
Burchert & Partner (Berlin): Manfred Burchert, Franz Burchert (beide Wettbewerbsrecht) – aus dem Markt bekannt

Landgericht Karlsruhe, 13. Zivilkammer
Steffen Wesche (Vorsitzender Richter)

Hintergrund: Vater und Sohn Strobl-Albeg vertreten neben Pamela Reif noch weitere Influencer, die vom Verband Sozialer Wettbewerb abgemahnt wurden. Joachim von Strobl-Albeg war in den vergangenen Jahren auch kartellrechtlich in das sogenannte Wurstkartellverfahren eingebunden. In dem prominenten Prozess vertrat er den Wursthersteller Franz Wiltmann.

Der Verband setzt schon seit den 1970er Jahren auf Burchert & Partner. Neben dem Wettbewerbsrecht berät die Kanzlei auch in angrenzenden Rechtsgebieten wie Marken-, Lebensmittel- und Urheberrecht. Für den Verband war die Kanzlei auch 2017 im Einsatz, als er mit dem Tofuhersteller Tofutown vor dem Europäischen Gerichtshof darum stritt, wann Käse Käse heißen darf.

Auch beim Thema Influencer-Werbung ist Burchert nicht zum ersten Mal mit dem Verband im Einsatz: 2017 gingen sie vor dem Oberlandesgericht Celle gegen die Drogeriekette Rossmann vor, weil bezahlte Werbung auf Social-Media-Plattformen nur mit einem ‚#ad‘ gekennzeichnet war.

Ähnlich gelagerte Verfahren wie das gegen Pamela Reif führt der Verband auch gegen die bekannten Influencer Vreni Frost und Cathy Hummels. In Berlin, wo Frost von der Medienkanzlei Schertz Bergmann und Dr. Sebastian Gorski vertreten wurde, entschied das Gericht, dass Links auf Anbieter nur unter gewissen Auflagen nicht als Werbung gekennzeichnet werden müssen.

In laufenden Verfahren in München steht Anwalt Christian-Oliver Moser aus der Berliner Medien- und IP-Kanzlei Irle Moser Cathy Hummels zur Seite.

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