Die häufigste Ursache für Unternehmensinsolvenzen, da ist sich die Fachwelt einig, sind Managementfehler. Kein Wunder, bei diesen Managern. Den Vogel abgeschossen hat Anfang September der 42-jährige Thorsten Duddeck. Der Inhaber eines Bochumer Herstellerbetriebs für Industriedichtungen wollte, so gibt er an, einer befreundeten Firma, die seine Dichtungen einbaut, zur Hilfe eilen. Da diese sich im Insolvenzverfahren befindet, beschloss Duddeck, die ausstehenden Löhne der 35 Mitarbeiter zu übernehmen. Zu blöd nur, dass er die 100.000 Euro, die er dem Insolvenzverwalter mit dem Auto vorbeibringen wollte, bar in seiner Aktentasche transportierte. Zu blöd auch, dass er ausgerechnet diese Aktentasche auf dem Dach seines Pkws lagerte und vergessen hatte, das Geld dort herunter zu nehmen, als er wieder auf die Autobahn fahren wollte. Auf dem Beschleunigungsstreifen der Auffahrt war es dann geschehen: Um das Geld, um die Pleite-Firma - und um den Ruf der deutschen Manager.
++++ Ob die TRITON GMBH auch Dichtungen aus Bochum bezieht, ist nicht überliefert. Klar ist aber, dass sich die Kieler Sanitärtechnikfirma ebenso wie ihre Mutter, die PINGUIN AG (Hamburg) und der gesamte Konzern seit August in der vorläufigen Insolvenz befinden. Der Hamburger Verwalter JÖRN WEITZMANN (KILGER & FÜLLEBORN) führt die Gruppe mit insgesamt 400 Mitarbeitern und 80 Millionen Euro Jahresumsatz derzeit fort, prüft aber die „sektorale Übertragung einzelner Betriebsstätten“, die sich in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern befinden. Für den Verwalter der alteingessenen Hamburger Kanzlei ist es das bislang größte Verfahren des Jahres. ++++
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