Korruption

Rheinmetall klärt Vorwürfe mit Knierim Huber

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat eingeräumt, bei Geschäften in Griechenland bestochen zu haben. Die Tochter Rheinmetall Defence Electronics muss deshalb rund 43 Millionen Euro zahlen, das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Bremen endet damit. Knapp 37 Millionen Euro der zu zahlenden Summe entfallen auf abgeschöpften Gewinn, dazu kommen 6 Millionen Euro aus Steuernachzahlungen sowie 300.000 Euro Geldbuße.

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Hans-Peter Huber
Hans-Peter Huber

Rheinmetall wurde vorgeworfen, durch unzureichende Kontrollen zugelassen zu haben, dass beim Verkauf des Luftabwehrsystems Asrad in Griechenland Bestechung im Spiel gewesen sei. Die Untersuchungen der Ermittler und des Konzerns selbst ergaben, dass ein Mittelsmann systematisch Militärangehörige und Ministeriale bestochen hat. Insgesamt sollen zehn Millionen Euro geflossen sein. Diverse Ermittlungsverfahren gegen individuell Beschuldigte laufen allerdings in Bremen und Athen noch.

Als Reaktion auf die Verfehlungen hat Rheinmetall zuletzt die Compliance-Organisation vollständig von der Rechtsabteilung abgekoppelt und JUVE-Informationen zufolge Michael Salzmann zum neuen Chief Compliance Officer berufen. Salzmann hatte schon zuvor unter Chefjurist und Compliance-Chef Dr. Andreas Beyer Compliance-Themen betreut. Beyer war Mitte des Jahres bei Rheinmetall ausgeschieden. Seine Entscheidung stand dabei in keinem Zusammenhang mit den Ermittlungen. Soweit bekannt, ist die Position des Chefjuristen nach wie vor vakant.

Vertreter Rheinmetall
Knierim Huber (Berlin): Hans-Peter Huber, Alexander Sättele; Associates: Leila Ait-Bouziad, Dr. Christian Rathgeber, Dr. Christoph Skoupil (beide Mainz)

Staatsanwaltschaft Bremen
Claudia Helberg – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Neben Knierim Huber übernahm JUVE-Informationen zufolge Baker Tilly Roelfs die forensische Seite des Mandats. Huber war Chefjurist der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, bevor er sich 2012 Knierim anschloss. Die Kanzlei, die unter anderem den Nutzfahrzeugkonzern MAN wegen dessen Schmiergeldaffäre beriet, genießt im Strafrecht und in Compliance-Fragen einen guten Ruf.

Die Individualverteidiger sind bislang nicht vollständig bekannt. JUVE-Informationen zufolge ist unter ihnen jedoch Jes Meyer-Lohkamp aus der Hamburger Boutique Meyer-Lohkamp & Pragal.

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