Die Anklage, die in ihrem Plädoyer eine Strafe von drei Jahren gefordert hatte, hatte Frick 49 Fälle der Marktmanipulation vorgeworfen. Mehr als 20.000 Anleger sollen in den vergangenen Jahren auf die Anlagetipps des gelernten Bäckers gehört und zum Teil viel Geld verloren haben. Seit 2007 ermittelte die Staatsanwaltschaft, im Sommer 2009 folgte dann die Anklage. 80 Millionen Euro von mit Frick verbundenen Gesellschaften und rund fünf Millionen Euro aus Fricks Privatvermögen wurden eingefroren. Von den 80 Millionen Euro erklärte das Gericht nun 42 Millionen Euro für verfallen. Zudem schöpften die Richter 420.000 Euro aus Fricks Privatvermögen ab. Das Geld fällt an die Staatskasse.
Eine vorsätzliche Täuschung der Anleger war Frick nicht nachzuweisen. Verurteilt wurde er dafür, dass er immer wieder Aktien empfahl, die er auch selbst hielt. Sobald seine Anhänger investierten und der Kurs stieg, verkaufte er. Von dem Eigeninteresse Fricks erfuhren die Anleger nichts, blieben aber häufig auf den Aktien sitzen, wenn der Kurs wieder sank.
Die Verteidigung stellte in ihrem Plädoyer keinen konkreten Antrag, soll aber Pressemeldungen zufolge erklärt haben, es läge kein strafbares Verhalten vor. Derzeit ist nicht bekannt, ob das Urteil Bestand haben wird. Zivilverfahren gegen Frick laufen nach wie vor. Nach eigenem Bekunden will sich Frick bereits mit zahlreichen Anlegern geeinigt und 4,6 Millionen Euro gezahlt haben. Frick wirbt nach wie vor für sich via eigener Website.
Anklagevertretung
Staatsanwaltschaft Berlin: Tarvo Hovi, Katrin Jung
Vertreter Frick
Krause Lammer Wattenberg (Berlin): Daniel Krause
Landgericht Berlin, 19. Strafkammer
Günter Willnow (Vorsitz)
Hintergrund: Krause ist einer der bundesweit führenden Verteidiger. Er verteidigt immer wieder auch in banknahen Strafverfahren, so etwa auch im Komplex der Privatbank Sal. Oppenheim (mehr…) oder der Landesbank Baden-Württemberg (mehr…).