Die genauen Gründe für den Wechsel sind derzeit nicht bekannt. Eine Unterbrechung der Hauptverhandlung vor dem Landgericht Bonn wird es jedoch nicht geben, da Josten ein Pflichtverteidiger beigeordnet ist und er zudem durch den Zivilrechtler Harald Schmeyer vertreten wird. Der Kölner Pflichtverteidiger Andreas Kerkhof kooperiert schon seit vielen Jahren mit Spormann.
Nach den jüngsten Einlassungen des Mit-Angeklagten Gernot Koch soll Josten eine Art graue Eminenz beim Stromanbieter Teldafax gewesen sein, auch nachdem er vom Vorstand in den Aufsichtsrat gewechselt war. Josten und der dritte Angeklagte, Ex-Vorstand Klaus Bath, äußerten sich in der Hauptverhandlung bislang nicht.
Bath wird von dem angesehenen Kölner Verteidiger Prof. Norbert Gatzweiler vertreten. Dieser unterhält schon seit vielen Jahren gute Beziehungen zu der Kölner Kanzlei Gercke Wollschläger, namentlich zum Namenspartner Prof. Dr. Björn Gercke. Es scheint naheliegend, dass diese etablierte Beziehung eine Rolle bei der Entscheidung für Wölky gespielt hat.
Den drei Ex-Vorständen wirft die Staatsanwaltschaft Insolvenzverschleppung, gewerbsmäßiger Betrug und Bankrotthandlungen vor. Die Pleite des Stromanbieters war 2011 eine der größten, die es hierzulande je gegeben hat.