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UniCredit hält mit Freshfields die Tür zur Commerzbank-Übernahme offen

Das Bundeskartellamt hat den Einstieg der italienischen UniCredit bei der Commerzbank freigegeben. Auch fusionsrechtlich bestehen nun keine Einwände gegen eine Aufstockung des Minderheitsanteils an dem deutschen Institut auf 29,99 Prozent, so die Bonner Behörde (Az. B9-38/25).

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Bereits Mitte März hatte die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) ihr Okay für das Vorhaben gegeben. Damit bleibt die Übernahme der Commerzbank durch die Großbank UniCredit aus Mailand grundsätzlich möglich. Ob es dazu kommt, hängt aber nicht zuletzt von den politischen Rahmenbedingungen ab. Mit der neu gebildeten deutschen Bundesregierung wolle man in „einen konstruktiven Dialog“ zu dem Vorhaben einsteigen, so UniCredit in einer Mitteilung nach der EZB-Freigabe. Die Mailänder hatten ihren Anteil an der Commerzbank zwischenzeitlich auf mehr als 28 Prozent aufgestockt.

Die finale Entscheidung zu dem Schritt werde nun aber wahrscheinlich nicht mehr bis Ende 2025 fallen, so die zweitgrößte europäische Bankengruppe. Die noch amtierende Bundesregierung hatte sich gegen das Übernahmevorhaben ausgesprochen. Der Bund hielt seit der Zeit der Finanzkrise 2008 einen Anteil von 17,15 Prozent an der Frankfurter Bank, reduzierte diesen 2024 auf 12,11 Prozent. Die Commerzbank will ihre Eigenständigkeit bewahren und hat das Vorgehen der Italiener als feindlich bezeichnet.        

Eine politische Freigabe gibt es unterdessen für die von UniCredit ebenfalls forcierte Übernahme der italienischen Wettbewerberin Banco Populare di Milano (BPM). Medienberichten zufolge soll die Regierung der Rechtspopulistin Giorgia Meloni der Fusion jedoch nur unter der Auflage des Rückzugs aus dem Russlandgeschäft zustimmen. Das interpretiere UniCredit als Einschränkung ihrer Entscheidungsfreiheit. Umgehend wurde darüber spekuliert, ob das Pendel nun wieder eher zugunsten einer Commerzbank-Übernahme ausschlagen könnte.

Berater im Überblick

Frank Röhling

Berater UniCredit
Freshfields: Rick van Aerssen (M&A/Kapitalmarkrecht; Düsseldorf), Dr. Frank Röhling (Berlin; Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Commerzbank
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Hartwin Bungert, Dr. Daniela Favoccia (Frankfurt), Dr. Christian Strothotte (alle Corporate), Dr. Dirk Bliesener (Bankaufsichtsrecht), Thorsten Mäger (Kartellrecht)

Bundeskartellamt, 8. Beschlussabteilung

Hintergrund: Freshfields berät UniCredit bereits seit der Übernahme der HypoVereinsbank 2005 und den folgenden Freigabeverfahren regelmäßig zu Corporate- und M&A-Projekten.

Zu Jahresbeginn 2024 stand ein Team um Dr. Andreas Fabritius, Dr. Sabrina Kulenkamp und Dr. Janina Heinz UniCredit zur Seite, als das Institut die Rechtsform seiner deutschen Tocher von einer AG in eine GmbH änderte. Heinz rückte im Mai 2024 in die Partnerschaft auf.

Anm. der Redaktion: Wir haben die Meldung am 29. April 2025 ergänzt.

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