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ANWALTS-STUNDENSäTZE 2011

Partner-Stundensätze stabil, Associate-Stundensätze sinkend – so entwickelten sich die Honorare der Wirtschaftsanwälte in Deutschland im Jahr 2011. Im exakten Vergleich mit dem Vorjahr stiegen die Partnersätze moderat von 310 auf 312 Euro. Berücksichtigt man Rechtsgebiete, für die JUVE erstmals Daten ausgewertet hat (u.a. Banking/Finance, M&A, Compliance), dann liegen die durchschnittlichen Partnersätze bei 328 Euro.

 

Alle in diesem Beitrag aufgeführten Stundensätze beruhen auf den Angaben von mehr als 750 Kanzleien mit in der Regel weniger als 50 Anwälten, darunter zahlreiche Boutiquen. Alle Angaben in €.

Die Associate-Sätze sanken dagegen im exakten Vergleich von 241 auf 231 Euro. Unter Berücksichtigung aller Rechtsgebiete lag der Durchschnitt bei 238 Euro und damit ebenfalls unter dem Vorjahresergebnis. Der Grund: Viele Unternehmen sind nicht mehr bereit, hohe Stundensätze für den anwaltlichen Nachwuchs zu zahlen. Sie verlangen mehr Engagement der Partner und weniger Delegierung.

Transaktionsnahe Beratung (Banking/Finance, Kartellrecht, M&A, Private Equity)

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Die transaktionsnahe Arbeit bleibt die mit einigem Abstand teuerste. Selbst die eher krisennahe Beratung kommt im Schnitt nicht an die Partnersätze im Transaktionsgeschäft heran. Aber genau diese beiden Bereiche teilen sich die Spitzenplätze bei den Partnersätzen (siehe Top-Abrechner). Vor allem Banking/Finance-Beratung treibt die Kostennoten in die Höhe. Aus den Großkanzleien berichten Mandanten zudem in der M&A- und Kartellrechts-Beratung weiterhin von Spitzensätzen um 700 Euro, im Schnitt jedoch eher um 500 Euro.


Krisennahe Beratung (Compliance, Kapitalanlegerschutz, Litigation, Restrukturierung, Wirtschaftsstrafrecht)

Es überrascht nicht, dass neben Banking/Finance die Bereiche Wirtschaftsstrafrecht und Compliance die Honorarliste anführen. Die Preise im Wirtschaftsstrafrecht resultieren vor allem daraus, dass die Zahl der Verfahren schneller steigt als die Zahl der anerkannten Verteidiger und Berater, und dass die Betroffenen in einer akuten Krise selten verhandeln.

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Bei der Compliance-Beratung zahlt sich ebenfalls das begrenzte Berater-Angebot aus. Aber auch die Komplexität der oft fachübergreifenden Arbeit macht die Beratung – je nach Sichtweise – teuer oder lukrativ. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Kosten für Compliance-Beratung mittelfristig sinken werden: Schon jetzt drängen viele Kanzleien in den Markt. Zudem gehen die Unternehmen selbst immer professioneller mit dem Thema um.
Diese Entwicklung hat der Kapitalanlegerschutz bereits hinter sich. Innerhalb von zwei Jahren sanken die Stundensätze drastisch.


Regelmäßige Beratung (Arbeitsrecht, Gewerblicher Rechtsschutz, Nachfolge/Vermögen, Privates Baurecht, Steuerrecht, Vertrieb/Außenhandel)

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Zusammengefasst sind hier die Rechtsgebiete, die für jedes Unternehmen in unterschiedlicher Ausprägung jahraus jahrein relevant sind. Steuerrecht gehört traditionell zu den hochpreisigeren Beratungsfeldern und konnte noch einmal zulegen. Es dominiert diese Gruppe, während das Private Baurecht – traditionell mit sehr moderaten Partnersätzen abgerechnet – zwar aufholt, aber weiterhin das Schlusslicht bildet.


Branchenbezogene Beratung (Energierecht, Informationstechnologie, Medien, Pharma/Health Care, Versicherungsrecht)

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Deutliche Einbrüche bei den Partnersätzen gab es im Energierecht. Das Rechtsgebiet steht für eine exemplarische Entwicklung: Noch vor wenigen Jahren wurde in der energierechtlichen Beratung oft juristisches Neuland betreten, nur wenige Kanzleien engagierten sich. Heute ist vieles Routine und immer mehr Kanzleien springen auf den Zug auf. Nur solche, die am juristischen Hochreck turnen, erwirtschaften nach wie vor deutlich höhere Sätze. Im Übrigen bleibt die branchenorientierte Rechtsberatung jedoch für die Kanzleien lukrativ. Die Partnersätze behaupteten sich oder steigen sogar.


Beratung im öffentlichen Raum (Öffentliches Recht, Regulierung Wasser/Verkehr, Vergaberecht)

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Kein einziges dieser Rechtsgebiete erreicht einen durchschnittlichen Partnerstundensatz von mehr als 300 Euro. Der Bereich ist daher aus Anwaltssicht am wenigsten lukrativ – noch. Regulierung wird in dieser Gruppe am besten vergütet, denn auch die anderen stark regulierten Branchen (Banken, Pharma u.a.) liegen in aller Regel im oberen Kostensegment. Insgesamt zeichnet sich jedoch ab, dass im öffentlichen Bereich inzwischen etwas mehr bezahlt wird als noch vor wenigen Jahren.