Verkauf von Immobilienportfolio

Adler senkt Schuldenlast mit Hengeler, Greenberg und White & Case

Die Luxemburger Adler Group verkauft 14.400 Wohn- und Gewerbeeinheiten, überwiegend in mittelgroßen Städten in Ostdeutschland. Käufer sind die Investmentgesellschaft KKR und die auf Wohnimmobilien spezialisierte Velero.

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Foto: ArTo/stock.adobe.com

Das Portfolio besteht hauptsächlich aus Wohnungen und einer kleinen Anzahl gewerblicher Einheiten. KKR hat den Abschluss eines verbindlichen Kaufvertrags bekanntgegeben. Das auf Deutschland spezialisierte Immobilienunternehmen Velero ist 2020 mehrheitlich von KKR übernommen worden. 

Thomas Müller

Der vereinbarte Kaufpreis entspricht einer Bewertung des Portfolios in Höhe von etwa 1,05 Milliarden Euro. Adler wird ihren Verschuldungsgrad (Loan-to-Value) durch die Transaktion auf unter 50 Prozent reduzieren. Der Deal ist Teil einer Reihe von Transaktionen im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung von Adler. Schon im Herbst hatte Adler Immobilien im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro verkauft, damals an den Immobilienkonzern LEG. Auch eine Beteiligung an Brack Capital Properites wurde verkauft.

Die Adler Group war im Oktober ins Visier des Leerverkäufers Fraser Perring und seiner Investmentfirma Viceroy geraten. Dabei geht es um Vorwürfe hinsichtlich der Bilanz, die Adler „auf das Schärfste“ zurückweist. Der Aktienkurs von Adler hatte sich in der Folge halbiert. Das Management hat Untersuchungen zu den Vorwürfen angestoßen, zu denen derzeit noch keine Ergebnisse publik sind.

Berater KKR
Hengeler Mueller (Frankfurt): Thomas Müller, Dr. Thomas Lang (beide M&A), Dr. Johannes Tieves, Dr. Martin Tasma (Berlin; beide Restrukturierung), Prof. Dr. Dirk Uwer (Öffentliches Recht; Düsseldorf), Dr. Markus Röhrig (Kartellrecht; Brüssel); Associates: Georg Tauser (M&A), Arvid Morawe, Dr. Jasper Bothe (Berlin; beide Restrukturierung), Joachim Burger (Kartellrecht; Brüssel)
Simpson Thacher & Bartlett (London): Tom Lloyd (Federführung; Bank- und Finanzrecht) – aus dem Markt bekannt

Josef Hofschroer

Berater KKR und Velero
Greenberg Traurig (Berlin): Dr. Josef Hofschroer (Federführung), Dr. Henrik Armah (beide M&A), Dr. Christoph Enaux (Telekommunikation), Dr. Kara Preedy (Arbeitsrecht), Dr. Martin Hamer, Martin Dressel (beide Öffentliches Recht)

Andreas Lischka

Berater Adler
White & Case (Frankfurt): Andreas Lischka (Bank- und Finanzrecht), Rostyslav Telyatnykov (Immobilienrecht; beide Federführung), Gernot Wagner (Bank- und Finanzrecht), Prof. Dr. Roger Kiem, Sebastian Pitz (beide M&A), Dr. Bodo Bender, Dr. Tim Bracksiek (beide Steuerrecht), Dr. Tilman Kuhn (Kartellrecht; Düsseldorf), Patricia Galts (Immobilienrecht), Dr. Sebastian Stütze (Arbeitsrecht), Dr. Mathis Rust (Kartellrecht; Düsseldorf); Associates: Nane Jütting, Markus Stelzig, Sandra D’Ascenzo (alle Immobilienrecht), Patrick Schoelles, Agmal Bahrami (beide M&A), Markus Fischer, Gürkan Akbaba (beide Bank- und Finanzrecht)
Inhouse Recht (Berlin): Florian Sitta (General Counsel), Holger Rentel (Gesellschaftsrecht), Bernd Löprich (Immobilienrecht) 

Hintergrund: KKR und Hengeler Mueller verbindet eine langjährige Mandatsbeziehung. Die Kanzlei stand dem Investor schon bei zahlreichen Transaktionen zur Seite, so etwa beim Kauf der Münchner Filmproduktionsfirma Wiedemann & Berg oder beim Einstieg in das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK. 2020 war Hengeler für KKR auch beim Kauf des Velero-Portfolios tätig.

Ähnlich eng verbunden ist Greenberg Traurig mit Velero. Seit der Gründung des Immobilienunternehmens 2015 haben die Greenberg-Partner bei Transaktionen, Finanzierungen und Joint Ventures beraten. Die Arbeitsteilung bei dem aktuellen Deal gestaltete sich nach JUVE-Informationen so, dass die Schwerpunkte von Greenberg bei der Due Diligence für die Immobilien und dem Arbeitsrecht lagen. Das Hengeler-Team strukturierte den Deal und verhandelte den Kaufvertrag.

Im Markt ist bekannt, dass die Finanzierung für KKR federführend von Simpson Thacher aus London begleitet wird. Hengeler ist dabei für die deutschen Aspekte zuständig. Auch bei früheren Transaktionen hat es ähnliche Konstellationen bereits gegeben.

Dass auf Verkäufer- und Käuferseite Arbeitsrechtler involviert waren – eher untypisch bei Immobilientransaktionen – liegt daran, dass hier einige Adler-Beschäftigte betroffen waren.

White & Case und insbesondere Kapitalmarktexperte Wagner beraten Adler seit Jahren regelmäßig sowohl zu Finanzierungen als auch bei Transaktionen. Auch zu den Verkäufen an LEG und Brack beriet die Kanzlei. Nach Marktinformationen ist der M&A-Partner Dr. Stefan Bressler derzeit unabhängig davon auch mit der Rückabwicklung einer früheren Transaktion der Gruppe befasst.

 

 

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